ÖGB-Leutner: Mai-Arbeitsmarktzahlen beweisen Versagen der Regierung

Mehr Arbeitslose, aber trotzdem weniger Schulungen

Wien (ÖGB). (OTS) - "Die soeben veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Mai 2004 beweisen deutlich das Versagen der Regierung in der Beschäftigungspolitik", sagt Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär des ÖGB, angesichts der im Jahresvergleich neuerlich gestiegen Arbeitslosenzahl. Aktuell waren Ende Mai insgesamt 215.495 Menschen auf Arbeitsuche. Weitere 42.612 Personen waren in Schulungen und scheinen dadurch nicht in der Statistik auf, obwohl sie ebenfalls eine Beschäftigung suchen. "Die Regierung spart offenbar jetzt auch bei den Qualifizierungs-massnahmen." Denn im Mai waren um 2300 Jobsuchende oder 5,1 Prozent weniger in Ausbildungen als noch im Jahr zuvor. ++++

Insgesamt waren Ende Mai also 258.107 Personen als Arbeit suchend gemeldet. "Diese Entwicklung ist angesichts der eigentlich saisonbedingten Abnahme der Arbeitslosenzahlen durch verstärkte Tätigkeiten am Bau und im Fremdenverkehr äußerst besorgniserregend", so Leutner.

Dazu kommt noch, dass durch die Abschaffung des Beitrags zum Entgeltfort-zahlungsfonds das Krankengeld jetzt von den Unternehmen selbst gezahlt werden muss. Diese allerdings kündigen zunehmend ArbeitnehmerInnen im Krankenstand - mit der Zusage einer Wiedereinstellung. In der Zwischenzeit muss allerdings das Arbeitsmarktservice die Kosten übernehmen.

Der ÖGB verlangt daher gegen diese dramatische Situation verstärkte Investitionen in Aus- und Weiterbildung für Jugendliche und auch ältere Menschen. "Für Jugendliche sollte es mehr Angebote zum Nachholen des kostenlosen Hauptschulabschlusses sowie mehr und bessere Lehrstellen durch einen Ausbildungsfonds zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Unternehmen geben", fordert der Leitende Sekretär.

Der ÖGB verlangt darüber hinaus eine Milliarde Euro an zusätzlichen Investitionen in die Infrastruktur. Diese Konjunkturoffensive würde sofort rund 30.000 Arbeitsplätze schaffen und hätte positive und modernisierende Auswirkungen auf die Qualität des Standorts Österreich und käme damit auch der Wirtschaft zugute. (fl)

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ÖGB, 2. Juni 2004 Nr. 379

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