"Exklusive Technik?" - Jahrestreffen der Technikfolgen-Forscher und -Forscherinnen in Wien

Vierte Österreichische TA-Konferenz des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Montag, 7. Juni.

Wien (OTS) - "Neue Technologien zwischen erweiterten Handlungsspielräumen und eingeschränktem Zugang" umreißen die Veranstalter des ITA das thematische Spannungsfeld, in dem die Beiträge namhafter TechnikfolgenforscherInnen aus dem deutschsprachigen Raum angesiedelt sind. Mit aktuellen Beispielen und Fragestellungen aus den Technikbereichen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Biotechnologien und Medizin wird aufgezeigt, wo uns durch neue Technologien Möglichkeiten der Beteiligung eröffnet werden bzw. wo Gefahren des sozialen Ausschlusses bestehen.

So versprechen IKT einerseits mehr Teilhabe an politischen Gestaltungsprozessen und einen vereinfachten Zugang zu öffentlichen Diensten. Andererseits droht im Zuge der umfassenden Digitalisierung der Ausschluss ganzer Bevölkerungsgruppen.

Die TA-Konferenz wird von zwei renommierten WissenschafterInnen zu diesem Thema eröffnet. Professor Herbert Kubicek von der Universität Bremen diskutiert vor einem sozialwissenschaftlichen Hintergrund das Thema "Digital Divide - Eine neue Exklusion durch Technik?". Regine Kollek, Professorin an der Universität Hamburg, wird in ihrem Vortrag "Ethik und Technikfolgenabschätzung" erörtern und hierbei vor allem auf die Herausforderungen für Theorie und Praxis eingehen.

Der biotechnologische Fortschritt wiederum verspricht jedem Menschen individuell maßgeschneiderte Medikamente, die aber aufgrund hoher Kosten und gesundheitsökonomischer Zwänge exklusiv bleiben könnten. Es sind jedoch nicht immer nur Exklusionsprozesse, die problematisch werden können. So bietet die moderne Gendiagnostik die Möglichkeit von Massenscreenings, die IKT ermöglichen eine umfassende Überwachung und Kontrolle - also von breiter, teils gewollter, teils unerwünschter Einbeziehung. Damit geht es nicht zuletzt um die Akzeptanz und Verbreitung von technologischen Entwicklungen.

Am Nachmittag werden zwei Parallelsessions mit insgesamt 12 Vorträgen angeboten. Das breite Themenspektrum spiegelt sich in den einzelnen Sitzungen wieder, die sich mit neuen Trends und Erkenntnissen zum Thema "Digitale Spaltung" beschäftigen, den Themenbereich "Privatsphäre" und neue Kontrollregime behandeln, Fragen zur Exklusivität im Gesundheitssystem aufrollen sowie Partizipationsmöglichkeiten und Technikverweigerung im Internet erörtern.

Vierte Österreichische TA-Konferenz "Exklusive Technik? Neue Technologien zwischen erweiterten Handlungsspielräumen und eingeschränktem Zugang". 7. Juni 2004, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19, 10:00 bis 17:30 Uhr.

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