Niederwieser: Vom Endbericht der Zukunftskommission bis zur Umsetzung noch ein langer Weg

"Es soll keine Tabuthemen geben"

Wien (SK) "Wir stehen am Beginn eines langen Weges, wobei ein Konsens über die Ziele, die wir erreichen wollen, am wichtigsten ist", erklärte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ zur "klasse:zukunft"-Veranstaltung in St. Johann im Pongau am kommenden Donnerstag und Freitag. Für den SPÖ-Bildungssprecher ist das geplante "Qualitätsmemorandum" eine geeignete Basis, "wenn die Qualität der österreichischen Schule und des Bildungssystems klar definiert ist". ****

Bei den künftigen internationalen Vergleichsstudien - PISA und andere - gut abzuschneiden, sei sicher ein Ziel, "ich nenne aber auch noch andere Faktoren für Schulqualität":

1. Eine gerechte Schule, d.h. eine Schule, welche jedes einzelne Kind bestmöglich fördert und Unterschiede aufgrund der Herkunft der Kinder nicht verstärkt, sondern ausgleicht.

2. Das braucht auch umfassende pädagogische Unterstützung für die wichtige und oft schwierige Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, von Logopäden und Sozialarbeitern bis zu Mentoren und Netzwerken in der Zusammenarbeit mit den Eltern.

3. Lesefähigkeit und Sprachkompetenzen früh zu fördern, ist ein Schlüssel für die gesamte spätere Schullaufbahn. In einer neuen Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Grundschule soll die ausreichende Beherrschung der Unterrichtssprache zu Schuleintritt für alle Kinder erreicht werden.

4. Maßnahmen für eine deutliche Einschränkung der Zahl der Klassenwiederholungen.

5. Ein unverzichtbares Element guter Schulen ist auch, dass die Integration behinderter Kinder und die Grundsätze einer inklusiven Pädagogik praktiziert werden.

6. Es ist kein Zufall, dass in den besten Ländern nach der PISA-Studie ganztägige Schulen flächendeckend angeboten werden, ein Elternrecht auf solche Angebote, wie von der Zukunftskommission vorgeschlagen, hält die SPÖ für richtig.

"Dies sind nur einige wesentliche Punkte, über die in den kommenden Wochen und Monaten auch politischer Konsens erzielt werden soll. Denn vom Endbericht der Zukunftskommission über die notwendigen parlamentarischen Beschlüsse bis zur Umsetzung ist es noch ein weiter Weg. Für die SPÖ werden jene Bereiche im Vordergrund stehen, über die ein solcher Konsens erzielbar scheint. Wir erwarten aber auch von den anderen Parteien und von Bildungsministerin Gehrer, dass es in solchen Diskussionen keine Tabuthemen geben darf und dass sich alle Beteiligten in erster Linie davon leiten lassen, was die Expertinnen und Experten und die Schulpraktiker zu den einzelnen Vorschlägen zu sagen haben. Für uns ist auch wichtig, dass sich alle Schulpartner ausreichend einbringen können. Das gilt besonders auch für die SchülerInnen und Eltern, und wir werden daher auch dafür eintreten, dass beispielsweise die 'Charta der SchülerInnenrechte' der Bundesschülervertretung ihren Platz in den kommenden Diskussionen findet", so Niederwieser. (Schluss) cs

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