Tumpel: Lage am Arbeitsmarkt weiter dramatisch

Starker Anstieg der Arbeitslosigkeit von Frauen zwischen 25 und 49

Wien (AK) - 215.495 Frauen und Männer waren im Mai arbeitslos - um 540 mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren im Mai inklusive SchulungsteilnehmerInnen 258.107 Menschen auf Arbeitssuche - nur 1.760 Frauen und Männer weniger als im Vorjahr: "Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin dramatisch", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Besorgnis erregend gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen zwischen 25 und 49 Jahren: um 6.622 oder 4,96 Prozent - wobei gleich zwei Drittel der zusätzlichen Arbeitslosen in diesem Alter Frauen sind (4.296 oder 64,9 Prozent). "Dahinter steckt, dass die Regierung zu wenig tut, damit Beruf und Familie zusammengehen - und dass das Arbeitsmarktservice zu wenig Mittel hat, um auch für die 25 bis 49-Jährigen ausreichend zu tun", kritisiert Tumpel. Der AK Präsident warnt die Regierung, nur zuzuschauen: Das rechnerische Minus bei der Gesamtzahl der Arbeit Suchenden geht fast ausschließlich darauf zurück, dass es diesen Mai weniger Arbeitslose in den Saisonbranchen Bau und Fremdenverkehr gab. Umgekehrt werden heuer im Jahresschnitt 15.500 Menschen zusätzlich Arbeit suchen, unter anderem wegen zu weicher Übergangsregeln zum Schutz der Arbeitsplätze nach der EU-Erweiterung. Tumpel verlangt, dass die Regierung mehr für mehr Arbeitsplätze tut: "Die Regierung muss es ermöglichen, dass Beruf und Familie kein Widerspruch sind. Und die Übergangsfrist zum Schutz der Arbeitsplätze nach der EU-Erweiterung darf nicht durchlöchert werden. Sie muss dazu genutzt werden, um Versäumtes nachzuholen - bei Bildung, Aus- und Weiterbildung und für mehr öffentliche Investitionen, durch die Arbeitsplätze geschaffen werden."

"Die Zahl der Arbeit Suchenden ist weiterhin dramatisch hoch", sagt Tumpel, "für die Betroffenen ist es ein schwacher Trost, dass sie um 1.760 weniger sind als im Vorjahr." 215.495 Menschen sind arbeitslos gemeldet - um 540 mehr als im Vorjahr. Dazu kommen noch 42.612 Arbeit Suchende in Schulungen - um 2.300 weniger als im Vorjahr. Insgesamt suchen damit weiterhin 258.107 Menschen Arbeit -und hinter dieser Gesamtzahl steckt vor allem ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit von Frauen zwischen 25 und 49 Jahren, also von Frauen im Haupterwerbsalter: Von zusätzlich 6.622 Arbeitslosen zwischen 25 und 49 sind zwei Drittel Frauen: 4.296 oder 64,9 Prozent!

Tumpel verlangt Initiativen, damit mehr Frauen Arbeit finden:
"Dazu gehört der Ausbau der Kinderbetreuung und das Recht auf Teilzeit für wirklich alle Eltern kleiner Kinder, damit Beruf und Familie kein Widerspruch mehr sein müssen. Außerdem brauchen wir mehr aktive Maßnahmen für Arbeit suchende Frauen." Nötig sind für Tumpel auch Verbesserungen beim Kinderbetreuungsgeld: Wenn Frauen sich für Teilzeitarbeit während des Kinderbetreuungsgeld-Bezugs entscheiden, soll dafür keine Zuverdienstgrenze gelten. Weiters sollen Frauen wählen können, ob sie zweieinhalb Jahre lang das normale Kinderbetreuungsgeld wollen oder ein höheres Kinderbetreuungsgeld nur zwei Jahre, was dann mit dem Ende des Kündigungssschutzes bei Karenz zusammenfallen würde.

Generell kritisiert Tumpel, dass das Arbeitsmarktservice zu wenig Mittel hat, um auch für 25 bis 49-Jährige ausreichend Schulungen zu finanzieren: "Hier muss die Regierung dringend mehr tun." Der AK Präsident warnt die Regierung davor, der Entwicklung am Arbeitsmarkt nur zuzuschauen. Das rechnerische Minus bei der Gesamtzahl der Arbeit Suchenden geht fast ausschließlich darauf zurück, dass es diesen Mai weniger Arbeitslose in den Saisonbranchen Bau und Fremdenverkehr gab. Am Bau gab es 542 Arbeitslose weniger, im Fremdenverkehr 1.047. Umgekehrt werden im Jahresschnitt 2004 15.500 Menschen zusätzlich in Österreich Arbeit suchen - wesentliche Gründe dafür sind überhöhte Saisonierbeschäftigung und zu weiche Übergangsregeln zum Schutz der Arbeitsplätze in Österreich nach der EU-Erweiterung. Statt diese Übergangsfrist weiter zu durchlöchern, so Tumpel, müsse die Frist genutzt werden, um Versäumtes nachzuholen.

Tumpel verlangt ein 200-Millionen-Euro-Paket für Ausbildung und Weiterbildung, damit die ArbeitnehmerInnen im härter werden Wettbewerb um mehr Arbeitsplätze bestehen können. Weiters verlangt Tumpel eine Milliarde öffentliche Investitionen mehr in den Ausbau von Schiene, Straße, Telefon- und Internetverbindungen und weiterhin mindestens zwei Milliarden Entlastung der ArbeitnehmerInnen durch eine Steuerreform, die diesen Namen verdient - allein durch diese zwei Maßnahmen können sofort 30.000 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen werden.

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