Arbeitsmarkt Mai: Arbeitslosigkeit steigt nur leicht um 0,3 Prozent

Anstieg in Wien um 5,1 Prozent

Wien (BMWA-OTS) - =

Ende Mai 2004 betrug die Zahl der
unselbstständig Beschäftigten 3.193.608 (vorläufige Beschäftigtendaten des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger; ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse). Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich nach Bereinigung des Vorjahreswertes um Beihilfenbezieher/innen ein Beschäftigungsanstieg um +19.911(+0,6%). In diesem Zusammenhang weist das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit nochmals auf die geänderten statistischen Voraussetzungen für die Zählung der Beschäftigten hin. Seit den 70er Jahren wurden Schulungsteilnehmer/innen des AMS mit einer Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes in der Beschäftigungsstatistik erfasst, weil sie der vollen Versicherungspflicht - Arbeitslosen-, Kranken-, Unfall-und Pensionsversicherung - unterlagen). Durch den Wegfall der Arbeitslosenversicherungspflicht mit Beginn des Jahres 2004 wird diese Personengruppe in der Hauptverbandsstatistik nun nicht mehr als beschäftigt gezählt, wobei dieser Rückgang aber keinen Einfluss auf das tatsächliche, arbeitsplatzbezogene Beschäftigungsniveau hat. Will man allerdings das aktuelle Beschäftigungsniveau mit dem Vorjahr vergleichen, so muss man den Vorjahreswert um diese rund 14.500 Beihilfenbezieher/innen reduzieren.

Die Zahl an vorgemerkten arbeitslosen Personen lag Ende Mai mit 215.495 um +540 bzw. +0,3% über dem Wert vom Mai 2003. Während bei den beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Frauen mit +1.542 (+1,6%) auf 99.046 noch ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, ist die Arbeitslosigkeit bei den Männern mit -1.002 (-0,9%) auf 116.449 erstmals seit dem April 2001 wieder rückläufig. Nachdem die Arbeitslosigkeit der älteren Personen (über 50 Jahre) bereits seit einigen Monaten zurückgeht (Ende Mai: 4.270; -9,1% auf 42.491), nimmt erstmals seit Februar 2001auch die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige)wieder ab (-1.812 bzw. -5,2% auf 32.961). Darüber hinaus ist in fünf Bundesländern Ende Mai die Zahl der vorgemerkten Personen gegenüber dem Vorjahreswert zurückgegangen. In Steiermark lag sie um 9,6%, in Kärnten um 6,1%, im Burgenland um 3,6%, in Tirol um 3,4% und in Salzburg um 2,2% unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. In Wien ist die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 5,1% (+3.801) gestiegen.

Position Österreichs im internationalen Vergleich

Für den April 2004 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5% aus (die Fortschreibung durch das AMS ergibt für Mai 4,4%). Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-25 Durchschnitt von 9,0% (März 2004; EU-15 Durchschnitt 8,0%). Lediglich Luxemburg (4,1% im März 2004) und Zypern (4,4% im April 2004) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich und Irland (4,5% im April 2004) auf. Weiter positiver Trend bei offenen Stellen Der bereits in den Vormonaten (März und April 2004) zu beobachtende positive Trend bei der Entwicklung der offenen Stellen hat sich weiter verstärkt. Ende Mai 2004 lag die Zahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Stellen mit einem Bestand von 27.975 um +13,0% (+3.225) über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres.

Arbeitslosendauer Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im Mai 2004 111 Tage betragen. Die Arbeitslosendauer ist somit um acht Tage länger als im Mai 2003.

Langzeitarbeitslosigkeit Ende Mai 2004 haben die über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit +11.036 (+24,2%) gegenüber Mai 2003 auf 56.663 zugenommen. Diese Entwicklung ist unter anderem durch die länger als ein Jahr beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Personen (+3.158 auf 21.102) bedingt.

Entwicklung in den Bundesländern Ende Mai war die Arbeitslosigkeit in der Steiermark (-9,6%; -2.862), Kärnten (-6,1%; -816), im Burgenland (-3,6%; -217), in Tirol (-3,4%; -607) und Salzburg (-2,2%; -260) rückläufig. Zuwächse über der bundesweiten Entwicklung verzeichneten Wien (+5,1%; +3.801), gefolgt von Oberösterreich (+2,6%; +542), Niederösterreich (+2,4%; +760) und Vorarlberg (+2,3%; +199).

Jugendliche Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Mai um -5,2% (-1.812) auf 32.961 gesunken. In der Altersgruppe der bis 19-jährigen Jugendlichen hat die Arbeitslosigkeit um -742 bzw. -9,0% auf 7.459 abgenommen, während bei den 20- bis 24-Jährigen ein Rückgang von -1.070 bzw. -4,0% auf 25.502 feststellbar war. Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,3% (April 2004) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote (15 bis 24 Jahre) gefolgt von Irland (8,1%; April 2004), den Niederlanden (9,0%; März 2004) und Zypern (9,6%; April 2004) aus. Die Jugendarbeitslosenquote der nunmehr erweiterten Europäischen Union beträgt mit 18,0% (März 2004) deutlich mehr als das Doppelte des österreichischen Wertes.

Lehrstellenmarkt Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist Ende Mai mit 3.392 (-67; -1,9%) wie im Vormonat leicht rückläufig. Die gemeldeten offenen Lehrstellen sind mit -504 bzw. -17,7% auf 2.338 ebenfalls abnehmend. Im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit stehen im heurigen Jahr 6.300 JASG-Lehrgangsplätze für Jugendliche, die keinen entsprechenden Lehrplatz bzw. Arbeitsplatz finden, zur Verfügung.

Abnahme der Altersarbeitslosigkeit Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen entwickelte sich weiterhin günstig (Abnahme von -9,1% bzw.-4.270 auf 42.491). Wie in den Vormonaten ist dabei die Arbeitslosigkeit sowohl in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen (-2.077 oder -9,3%) als auch bei den 55- bis 59-Jährigen (-2.582 oder -12,9%) rückläufig. Hingegen ist bei den über 59-Jährigen ein Zuwachs von +389 bzw. +8,6% zu konstatieren.

Entwicklung nach Branchen Die Zunahme der Arbeitslosigkeit konzentriert sich vor allem noch auf den Dienstleistungssektor. Im Sachgüterbereich ist dagegen die Zahl der vorgemerkten Personen mit -3,0% (-1.180) gegenüber dem Vorjahreswert rückläufig. Das Bauwesen verzeichnet ebenfalls - nicht zuletzt auf Grund der verbesserten Witterungsverhältnisse - eine Reduktion um -924 bzw. -3,4%. Überdurchschnittlich stark stieg Ende Mai die Arbeitslosigkeit in den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (+1.055; +7,6%), den sonstigen Diensten (+559; +8,7%), dem Einzelhandel (+1.040; +4,7%) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (+331; +5,3%). Hingegen entwickelt sich der Fremdenverkehr mit -1,5% (-576) vergleichsweise günstig.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien Ende Mai 2004 waren die vorgemerkten Arbeitslosen bei Absolventen/innen von Lehren mit und ohne Meisterprüfung, mittleren kaufmännischen Schulen, sonstigen mittleren Schulen und höheren technischen gewerblichen Schulen rückläufig. In allen anderen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen hat die Arbeitslosigkeit zugenommen. Den größten absoluten Anstieg verzeichnete die Gruppe ohne Schulabschluss (+998; +10,3%), gefolgt von den Personen mit Universitätsabschluss (+682; +10,6%) und lediglich Pflichtschulabschluss (+594; +0,7%). Anteilsmäßig entfallen damit 80% des Bestands aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss.

Schulungen und Förderungen des Arbeitsmarktservice Mit 42.612 lag die Zahl der Personen in Schulungen im Mai 2004 unter dem Vorjahresniveau (-5,1%; -2.300), allerdings zeigt die Betrachtung nach Altersgruppen kräftig zunehmende Schulungsaktivitäten für Jugendliche (+15,4% bzw. +2.274 auf 17.023) und auch für über 49-Jährige (+15,3% bzw. +581 auf 4.370). Die Schulungsteilnehmer/innen rekrutieren sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (8.290), Handel (5.943), Metall-/Elektroberufe (5.575) und den Hilfsberufen (4.720). Aus diesen Berufsgruppen kommen 58% aller in Schulung befindlichen Personen.

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