Stachelige Naturwunder: Kakteenschau am 6. Juni in Kagran

Wien (OTS) - Der 1930 gegründete Verein "Österreichische Kakteenfreunde" zählt in Wien 250 begeisterte Mitglieder und hat mit seinem ehrenamtlichen Präsidenten, Thomas Hölzel, einen der leidenschaftlichsten Kakteensammler an der Spitze, dem unzählige lateinische Bezeichnungen, wie etwa der "Echinocactus grusonii" (dt. "Schwiegermutterstuhl") geläufig über die Lippen kommen. Der Name "Cactus" ist hergeleitet aus dem griechischen "Káktos" für stachelige Pflanze. Viele Exemplare hat er selbst aus Samen gezogen. Manche von ihnen sind bereits mehr als 20 Jahre alt. Auch zu Hause widmet sich der bei der ÖBB Beschäftigte mit Hingabe der Pflege und Züchtung "stacheliger Raritäten".

"Sammler sind glückliche Menschen" hat Goethe einmal gesagt

Im Zuge des monatlichen Vereinstreffens tauschen die passionierten Kakteensammler ihre vielfältige Erfahrungen aus. Der Verein finanziert sich selbst und veranstaltet mehrmals im Jahr für die Öffentlichkeit frei zugängliche prachtvolle Kakteenschauen, verbunden mit einer professionellen Kakteen-Beratung und der Gelegenheit für Jung und Alt, unter dem vielfältigen Angebot auch das eine oder andere Exemplar erstehen zu können. Da Kakteen heute in Europa gezüchtet werden, sind sie je nach Größe bereits ab einem Euro erhältlich, ältere große Prachtexemplare unterliegen sogenannten "Liebhaberpreisen".

Kakteen - ein Spiegelbild der Evolution

Im bizarren Äußeren der Kakteen drückt sich die Evolution aus, in der sich Funktion und Überleben miteinander verbanden. Die Pflanzen besitzen eine spezielle Anatomie, die ihnen das Überleben auch bei Trockenheit ermöglicht, da sie Feuchtigkeit im Gewebe speichern und die Verdunstung einschränken können. Diese Überlebensfähigkeit nennt man wissenschaftlich Sukkulenz. Bei anhaltender Trockenheit sind Kakteen in der Lage, das Wachstum gänzlich einzustellen. Heute sind rund 15 000 Kakteenarten bekannt, davon stehen bereits 17 Arten vor dem Aussterben, da ihre Bestände von professionellen Sammlern besonders im Südwesten der Vereinigten Staaten und im Norden Mexikos stark dezimiert wurden. Alle Kakteen sind im Washingtoner Artenschutzabkommen erfasst, viele Arten mittlerweile gesetzlich vollkommen geschützt.

Vom einstigen Zierobjekt des Adels zum kommerziellen Massenprodukt

Ursprünglich besiedelten Kakteen nur den amerikanischen Kontinent und wurden bereits durch die frühen Seefahrer entdeckt. Christopher Columbus brachte die ersten exotischen Objekte nach Europa. Die ersten privaten Kakteensammlungen waren im 17. Jahrhundert nur Adeligen vorbehalten, die sich den Bau großer, dampfbeheizter Treibhäuser leisten konnten. In den letzten Jahrzehnten wurden Kakteen vermehrt dem Kommerz ausgesetzt. Minderwertige Züchtungen von kurzer Lebensdauer kamen auf den Markt. Um diesem Missstand engagiert entgegenzutreten und dem Kaktus wieder zu seiner verdienten "Würde" zu verhelfen, präsentieren die österreichischen Kakteenfreunde rund um Obmann Hölzel ihre hochwertigen Züchtungen. Am kommenden Samstag kann mann sich davon in Kagran überzeugen.

o Termin: Große Kakteenschau, Sonntag, 6.6.04, 10.00-18.00 Uhr Ort: Schulgarten-Kagran (22., Donizettiweg 29, direkt neben U1- Kagran) Tel.: 01/ 203 21 13 Schulgarten-Kagran: http://www.wien.gv.at/ma42/parks/schul.htm Eintritt ist frei!

Weitere Termine:

o 17. bis 19. Juni: Kakteen in der Lugner City (15., Gablenzgasse 11; 9.00 bis 18.00 Uhr) o 11. September: Kakteenbörse in Mautners Erlebnisgastronomie (11., Simmeringer Hauptstrasse 101; 8.00 bis 16.00 Uhr) o 12. September: Kakteentag im Böhmischen Prater (Veranstaltungszentrum Tivoli, 10., Böhmischer Prater; 8.00 bis 17.00 Uhr)

Infos zu den Kakteenfreunden: http://www.cactus.at/
(Schluss) rho

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