LH Haider für Kooperation zwischen Kelag und Estag

Brief an steirische LH Klasnic - Kooperationsmöglichkeiten bis hin zu gesellschaftsrechtlichen Verschränkungen vorgeschlagen

Klagenfurt (LPD) - Für eine Kooperation der Energieversorgungsunternehmen Kärntens und der Steiermark - Estag und Kelag - sprach sich heute, Mittwoch, Landeshauptmann Jörg Haider aus. In einem Brief an seine steirische Amtskollegin Waltraud Klasnic schlug er Kooperationsmöglichkeiten bis hin zu einer eigentumsmäßigen Verschränkung vor. "Ich glaube, dass im Interesse unserer Länder Gespräche mit der Zielsetzung einer künftigen engen, institutionalisierten Zusammenarbeit rasch aufgenommen werden sollten", so Haider.

Haider führte in seinem Schreiben an Klasnic an, dass die Vielzahl der gemeinsamen Interessen des führenden steirischen und des führenden Kärntner Energieversorgungsunternehmens sowie das kritische Wettbewerbsumfeld eine Intensivierung der Kooperation zwischen den Unternehmen für beide Länder notwendig und vorteilhaft erscheinen ließen. Sowohl Kärnten als auch die Steiermark hätten mit der Wahl eines "strategischen Partners" ihren Willen zum Erhalt der Selbständigkeit ihrer Energieunternehmen zum Ausdruck gebracht. Vor dem Hintergrund der Marktkonzentration müssten sowohl die Steiermark, als auch Kärnten, Maßnahmen zur Sicherung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit setzen.

Kärnten schlage daher der Steiermark vor, in Gesprächen zur Auslotung von Kooperationsmöglichkeiten auch über eine eigentumsmäßige Verschränkung einzutreten. Ziel dieser Maßnahmen sollte sein, dass in beiden Ländern eigenständige, wettbewerbsfähige und wachstumsorientierte Energieunternehmen verblieben, die durch Kooperationen und wechselseitige Verflechtung ihre Ertragskraft steigerten. Damit könne auch die aktive Mitgestaltung zur weiteren Entwicklung der Unternehmen durch die Mehrheitseigentümer abgesichert werden. Dies würde der Bevölkerung langfristig eine von ihren Ländern maßgeblich mitbestimmte Preispolitik sichern, betonte Haider.

Als weiter Vorteile führte der Kärntner Landeshauptmann folgende Punkte an: Eine Kooperation und gesellschaftsrechtliche Verschränkung würde einen schlagkräftigen Gegenpart zur sogenannten Österreichischen Stromlösung bilden und eine Stärkung des regionalen Wirtschaftsraumes bedeuten; Eine Zusammenführung der Wärmeaktivitäten der Estag und Kelag würde zum nach Wien zweitgrößten österreichischen und zum größten österreichweit tätigen Wärmeanbieter führen; Die Kelag ist durch ihre starke Eigenerzeugung (Speicherkraftwerke) zu einem starken österreichischen Stromanbieter geworden, der sich auch sehr erfolgreich im österreichischen Strommarkt positioniert hat. Diese Erfahrungen und Kompetenzen könnten ebenfalls in eine Partnerschaft eingebracht werden; Die gemeinsame Abrechnung der Energiekunden könnte zu einer deutlichen Kostenreduktion in diesem Bereich führen; Marktauftritt und Engagement in Südosteuropa würden in einer Kooperation ebenfalls eine Stärkung erfahren und die Aussicht für erfolgreiche Aktivitäten in diesem wirtschaftlich interessanten Raum steigern.
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