Neue Geschäftsführung im WBSF

Josef Ostermayer folgt Daniela Strassl nach

Wien (OTS) - Im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters am Dienstag wurde durch Wohnbaustadtrat Werner Faymann der neue Geschäftsführer des Wiener Boden- und Stadterneuerungsfonds (WBSF) Dr. Josef Ostermayer vorgestellt. Er folgt damit Dr. Daniela Strassl, die vor kurzem zur Direktorin von "Wiener Wohnen", der Hausverwaltung der gemeindeeigenen Wohnhausanlagen, bestellt wurde. Die Entscheidung erfolgte nach einer Ausschreibung Ende April durch das Personalberatungsunternehmen Rantasa Consulting. Von den zehn Bewerbern wurde im Rahmen eines Hearings Dr. Josef Ostermayer als der best qualifizierte ermittelt.

Die Hauptaufgaben des WBSF sind die geförderte Wohnhaussanierung, die Verfahren zur Vergabe von Fördermitteln im Neubau (Bauträgerwettbewerb und Grundstücksbeirat) sowie das Liegenschaftsmanagement für den geförderten Wohnbau. Der WBSF hat 75 Mitarbeiter.****

"In den letzten zwanzig Jahren wurde etwa ein Viertel der Wiener Wohnungen mit Hilfe des Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds revitalisiert. Die geförderte Sanierung von über 4.300 Wohnhäusern mit mehr als 210.000 Wohnungen hat die Lebensqualität für die Bewohner verbessert, die Stadt verschönert, und wichtige arbeitsmarktpolitische Impulse gesetzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Metropolen der Welt forciert Wien die "sanfte Stadterneuerung". Dadurch bleibt die soziale Durchmischung erhalten. Ghettobildungen, wie sie in vielen anderen Großstädten zu sehen sind, werden verhindert. Dieser gemeinsame Weg von Stadt Wien, Hauseigentümern und Mietern ist gemeinsam mit dem geförderten Wohnungsneubau ein Markenzeichen unserer Stadt.
Mit Dr. Josef Ostermayer übernimmt ein Mann das Steuer, dem der soziale Wohnbau Wiens ein persönliches Anliegen ist und dessen Dialogbereitschaft und Einsatzfreudigkeit in der ganzen Stadt geschätzt wird", betonte Faymann

Sanfte Stadterneuerung in Wien

Vor genau dreißig Jahren fiel der Startschuss für die "Sanfte Stadterneuerung" in Wien. Während in anderen westeuropäischen Städten ganze Häuserblocks - in einigen Fällen sogar ganze Viertel -abgerissen und durch Neubauten ersetzt wurden, setzte Wien auf die Sanierung des Althausbestandes. Ziel war es nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und kulturelle Aspekte zu berücksichtigen.

Die wesentlichen Eckpunkte des Konzepts sind:
o Kooperation zwischen der Stadt Wien, Hauseigentümern und Mietern o Weitgehende Erhaltung der Bausubstanz
o Verbleiben der Bewohnerinnen in ihrer Wohnumgebung
o Begleitung des Sanierungsprozesses durch Gebietsbetreuungen

1984 wurde mit dem Wohnhaussanierungsgesetz die Basis für die intensive Erneuerung des Althausbestandes unter Berücksichtigung sozialer Aspekte geschaffen. Stadterneuerungsmaßnahmen konnten ab nun wirksam gefördert werden. Haustechnische Verbesserungen, Kategorieanhebungen, Wohnungszusammenlegungen, Hofbegrünungen und stadtbildliche Fassadengestaltung wurden mitberücksichtigt. Die private Investitionsbereitschaft wurde gefördert, die Wohnungen blieben für die Mieter nach Sanierung leistbar. Zur Umsetzung wurde der Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds ins Leben gerufen. Die UN-Organisation UNCHS (UN-Centre for Human Settlements) bestätigt die Vorbildlichkeit des Wiener Wegs der Wohnhaussanierung:
Die "Sanfte Stadterneuerung" Wiens wurde als "Best Practice" anderen Städten ans Herz gelegt.

Einer der wichtigsten Sanierungsbereiche heißt Thewosan (thermisch-energetische Wohnhaussanierung). Seit März 2001 fördert die Stadt die thermischer Sanierung von Wohnbauten aus den 50er- 60er und 70er Jahren mit besonders hoher Umweltbelastung. Bauten mit 100.000 Wohnungen sollen bis 2006 Thewosan-saniert werden. Die Heizenergie- und damit Kosteneinsparung der Bewohner dieser Bauten liegt bei 50 Prozent.

Seit Beginn der Tätigkeit des WBSF wurde für die Sanierung von 4.335 Häusern mit insgesamt rund 212.000 Wohnungen Wohnbauförderung zugesichert. In Bau befinden sich 404 Objekte mit rund 26.500 Wohneinheiten. Das gesamte Sanierungsinvestitionsvolumen beträgt rund vier Milliarden Euro Rund 2,9 Milliarden Euro wurden davon aus Mitteln der Wohnbauförderung zugeschossen.

Allein in den letzten fünf Jahren wurden in Wien 1.196 Objekte mit 75.731 Wohneinheiten saniert. Die Gesamtkosten dafür betrugen rund 1,46 Milliarden Euro, der Landeszuschuss rund 758 Millionen Euro.

Bauträgerwettbewerb: niedrige Kosten - höhere Qualität

Seit 1984 wurden 125.000 neue Wohnungen gefördert errichtet. Jedes Wohnprojekt in Wien mit mehr als 300 Wohnungen, das öffentlich gefördert werden soll, muss sich seit 1995 einem Bauträgerwettbewerb stellen. Insgesamt wurden seit 1995 siebzehn Bauträgerwettbewerbe durchgeführt. Drei weitere sind für 2004 geplant.

Kleinere Projekte müssen seit 1995 den Grundstücksbeirat passieren, der nicht nur die Planungsqualität, Ökologie und Wirtschaftlichkeit prüft, sondern auch die Lage des Projektes in der Stadt, also die Infrastruktur (Schulen, Kindertageheime, öffentlicher Verkehr usw.). Die durchführende Stelle für Bauträgerwettbewerb und Grundstücksbeirat ist der WBSF.

Die Wettbewerbe haben zwei Ziele:
o Objektivierung der Grundstücksvergabe für den sozialen Wohnbau
o Qualitäts- und Preiswettbewerb zur Verringerung der Baukosten im Interesse der Wiener Wohnungssuchenden

Die Erfolge dieser Maßnahmen sind deutlich sichtbar. Ein Beispiel: Dass heute jedes geförderte Neubauprojekt Niedrigenergiestandard aufweist, ist auf Bauträgerwettbewerbe mit den Schwerpunkten Energiesparen und Umweltfreundlichkeit zurückzuführen. Ähnliche Entwicklungen sind in vielen anderen Bereichen, wie zum Beispiel Behindertengerechtigkeit, architektonische Qualität und Mitbestimmung der Mieter zu beobachten.

Die namhaftesten Architekten stellen ihre kreativen Ideen in den Dienst des Wiener sozialen Wohnbaus. Zaha Hadid, Jean Nouvel, Harry Seidler und Coop Himmelb(l)au: Sie alle haben Wohn-Projekte gestaltet, die das Gesicht unserer Stadt prägen. Die Gasometer City, die Donau City und die Wienerberg City prägen das Stadtbild Wiens. Sie sind zu Landmarks der modernen Metropole Wien geworden und waren nur dank der Wohnbauförderung möglich.

Neben dieser Qualitätssicherung wurde aber auch das Ziel der Verringerung der Baukosten eindrucksvoll erreicht: mit Einführung der Wettbewerbe sanken die Baukosten im geförderten Wohnbau in Wien bis zu 20 Prozent.

Liegenschaftsmanagement

Um für den geförderten Wohnbau entsprechende Grundstücksreserven bereitzustellen, kauft der WBSF Liegenschaften im Wiener Stadtgebiet an. Derzeit verfügt der WBSF über ein Grundstückskontingent in der Größe von 1,77 Quadratkilometern.

Lebenslauf von Dr. Josef Ostermayer

Geboren am 12. März 1961 in Schattendorf/Burgenland, Ausbildung:
1967-71: Volksschule Schattendorf; 1971-79: BRG Mattersburg; ab 1979:
Studium an der Universität Wien (Rechtswissenschaften, Soziologie); 1985: Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften; 1985/86:
Zivildienst (Bewährungshilfe); 1986/87: Rechtspraktikum am OLG Wien. berufliche Tätigkeit: ab Feb. 1987: Rechtsberater und -vertreter bei der Mietervereinigung Österreichs, ab Feb. 1989: Leitender Jurist der Mietervereinigung Österreichs, ab Nov. 1994: Angestellter des Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds, tätig im Büro des amtsf. Stadtrates für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, ab Mai 2004: Geschäftsführer des WBSF. (Schluss) dom

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