AK kritisiert Aus für Posttransporte mit der Bahn Ab Juni sollen die letzten Posttransporte auf die Straße verlagert werden - Liberalisierung der Postdienstleistungen wird auf Rücken der Beschäftigten, Kunden und Umwelt ausgetragen

Wien (AK) - Ab heute, Dienstag, wird die Post zwischen den Verteilzentren in Österreich statt mit der Bahn nur noch mit dem Lkw transportiert, kritisiert AK Verkehrsexpertin Sylvia Leodolter. Dadurch kommt es zu noch mehr Verkehr und Staus auf den Straßen, warnt die AK. Die Post ist durch die Liberalisierung der Postdienstleistungen gezwungen, überall massiv Kosten einzusparen und fährt deshalb auf der Straße billiger. Die Vorteile der Liberalisierung haben private Konkurrenten, die Nachteile Postbeschäftigte, Kunden und die Umwelt, so Leodolter.

Schon im Jahr 2000 hat die AK gegen die geplante Verlagerung der Posttransporte von der Schiene auf die Straße protestiert. Mit 1. Juni sind auch die letzten Postwaggons - mit ganz wenig Ausnahmen -von der Schiene verschwunden, beanstandet Leodolter. Dass die ÖBB damit einen wichtigen Kunden endgültig verliert, scheint offensichtlich auch das mit der politisch motivierten ÖBB-Neuorganisation überlastete Management nicht zu stören.

Skandalös ist für die AK weniger das betriebswirtschaftliche Agieren der Post AG, zu dem sie zur Erfüllung des Universaldienstes verpflichtet ist, sondern die Verkehrspolitik der Regierung, sagt Leodolter. Sowohl bei der Bahn als auch bei der Post hat der Staat als Eigentümer und Gesetzgeber auch in einem liberalisierten Umfeld genügend Möglichkeiten, verkehrs- und umweltpolitische Zielvorgaben zu machen. Das Aus für die Bahnpost ist daher eine Bankrotterklärung der Verkehrspolitik der Regierung. Die Kunden der Post müssen sich also nicht mehr wundern, dass sie bei der Paketzustellung seit Jahresbeginn einen eigenen Lkw-Mautzuschlag bezahlen müssen, der im übrigen auf Grund eines Antrags der AK derzeit vom Wirtschaftsminister auf seine Rechtfertigung geprüft wird.

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