2. Juni Internationaler Hurentag: Aktionstag für mehr Rechte von SexarbeiterInnen

Wien (Grüne) - Vana: "Ein Perspektivenwechsel in der Prostitutionspolitik ist notwendig"

Unter dem Motto "sex.ARBEIT" begehen die Grünen
Frauen Wien gemeinsam mit den Vereinen LEFÖ - Beratung, Bildung und Begleitung für MigrantInnen und A.U.S./Arbeit.Umbruch.Soziales, sowie mit dem Equal-Projekt Sila -Beratungszentrum für Prostituierte der Wiener Volkshilfe den diesjährigen Internationalen Hurentag am 2. Juni. Um auf die diskriminierenden Lebens- und Arbeitsverhältnisse der SexarbeiterInnen aufmerksam zu machen, veranstaltet die Aktionsplattform einen Info-Stand von 16.00 - bis 19.00 bei der U6 Station Westbahnhof/ Gürtel, Ausgang zu den Straßenbahnlinien 52und 58.

Monika Vana, Frauensprecherin der Grünen Frauen Wien, über den Hintergrund des Aktionstages: "Frauen und auch Männer in der Sexarbeit werden marginalisiert, kriminalisiert und stigmatisiert. Das öffentliche Bild über SexarbeiterInnen ist gekennzeichnet von Doppelbödigkeit, Abwertung, Abwehr und Vorurteilen. Ich halte es für fatal, dass mit gesetzlichen Bestimmungen dieser Geist genährt und viele SexarbeiterInnen durch die Politik selbst an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Es gibt noch viel Bedarf an Bewusstseinsarbeit für die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von SexarbeiterInnen. SexarbeiterInnen brauchen Rechte statt einer Politik der Ausgrenzung. Wir wollen den Internationalen Hurentag für dieses Anliegen nützen."

Grundsätzlich ist Vana der Ansicht, dass es eines generellen Perspektivenwechsels in der Prostitutionspolitik bedarf. Prostitution ist Arbeit, die entsprechend arbeits- und steuerrechtlich abgesichert werden muss. Vorrangige Ziele sind die Abschaffung der Sittenwidrigkeit der Prostitution und die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit. Alle Gesetze, Bestimmungen und Maßnahmen müssen dahingehend geprüft werden, ob sie Frauen und Männer in der Sexarbeit zu mehr Selbstbestimmung und ökonomischer Eigenständigkeit verhelfen oder Zwangs- und Abhängigkeitsverhältnisse fördern.
Vana abschließend: "Prostitution ist immer noch ein Tabuthema. Tabus zu brechen ist ein langwieriger Prozess. Solidarität mit den SexarbeiterInnen ist ein wichtiger Schritt weg von einer Politik der Ausgrenzung hin zu einer Politik der Anerkennung."

Die Wiener Grünen fordern:

  • Die volle Anerkennung der Sexarbeit als Erwerbszweig
  • Aufenthalts- und Beschäftigungsbewilligung von MigrantInnen, die in der Sexarbeit tätig sind, auch nach dem "Ausstieg"
  • Aufhebung der Meldepflicht bei der Sicherheitspolizei
  • freier und selbstbestimmter Zugang zur Gesundheitsversorgung
  • Entkoppelung von Sexarbeit und Sittenwidrigkeit in den Gesetzen -Veränderungen im Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Sozialversicherungsrecht, etc.
  • Aktive Ausstiegshilfen
  • Unterstützung bestehender NGO-Einrichtungen - statt Kriminalisierung und finanzieller Aushungerung
  • Sicherung einer eigenständigen Lebensmöglichkeit von SexarbeiterInnen

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