Studie beweist: Zivildiener sind unterversorgt

Wien (OTS) - Wie eine Studie von Ernährungsgutachtern feststellt, sind
die bisher von den meisten Einrichtungen gezahlten Euro 6,-
am Tag für die Verpflegung ihrer Zivildiener nicht
ausreichend. Minister Strasser schweigt dazu beharrlich.

"Einmal mehr zeigt sich hier das Versagen des
Innenministers, sich um die Versorgungssicherheit seiner Zivildiener zu kümmern", so Florian Seidl vom Verein Plattform für Zivildienst. "Wir erwarten jetzt ein deutliches Signal des Innenministers: eine Anhebung des Verpflegungsgeldes und eine Nachzahlung der bislang schuldig gebliebenen Beträge an die tausenden Zivis, die sich ihren Unterhalt selbst finanzieren mussten und immer noch müssen."

Wie die Studie des Grazer Ernährungswissenschaftlers Werner Pfannhauser nachweist, sind Euro 6,- am Tag selbst bei größter Sparsamkeit, realitätsfernen Annahmen und teilweise absurden Rationen nur für den Einkauf von Lebensmitteln
ausreichend- keineswegs aber für Beschaffung, Zubereitung
und Lagerung. Einmal Anbrennen lassen bedeutet schon,
hungrig schlafen gehen zu müssen!

Strom, Gas, Wasser, Kücheneinrichtung sowie "Schwund und Verderb" muss der Zivildienstleistende aus Ersparnissen, Krediten, Nebenjobs und durch Unterstützung von Verwandten bestreiten.

"Amüsant ist die Vorstellung des Gutachters von der
Freizeit des Zivildienstleistenden. Allein die
Zubereitungszeit eines Mittagessens laut Menüplan liegt bei über einer Stunde. Der Aufwand für kluges Einkaufen erfordert es, für einen einzigen Artikel ein Geschäft zu betreten. Im Krankheitsfall hat der Zivi Pech- dann kann er weder in verschiedenen Geschäften die jeweils billigste Großpackung finden, noch sich selber in die Küche stellen", kritisiert Seidl etliche realitätsferne Annahmen im Gutachten.

Seit vier Jahren prozessieren Zivildiener vor dem Verfassungsgerichtshof gegen das Innenministerium um den Begriff "angemessene" Verpflegung. Über 4.500 Beschwerden liegen bei der Zivildienstverwaltungs-GmbH und warten seit Jahren auf Erledigung.

"Zur Lösung der Versorgungsfrage braucht es keine
Gutachten, sondern den politischen Willen zu einer
juristisch einwandfreien Lösung", so Seidl. Die Plattform
für Zivildienst wird die Verpflegungsgeldproblematik auch
am 7.Juni bei einem Krisengipfel mit Einrichtungen und dem Roten Kreuz zu Sprache bringen.

Die Kurzfassung des Gutachtens ist unter
http://www.zivildienst.at/download/pfannhauser-kurzfassung.pdf
zu finden.

Bitte beachten Sie die schmackhaften Rezepte (Auszug aus
der Studie) unter
http://www.zivildienst.at/download/pfannhauser-rezepte.pdf

Die vollständige Version findet sich unter
http://www.zivildienst.at/download/pfannhauser-gutachten.pdf
(Achtung: ca. 10 MB!)

Rückfragen & Kontakt:

Verein Plattform für Zivildienst
Florian Seidl
Tel.: 0699-18256486
admin@zivildienst.at
http://www.zivildienst.at

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