Bulgarien: Österreich Nr. 5 bei Auslandsinvestitionen

Bilateraler Handel legte im Vorjahr stark zu - österreichische Direktinvestitionen sind weit gestreut

Wien (PWK386) - Die österreichischen Exportunternehmen verzeichneten auch 2003 äußerst erfreuliche Ergebnisse beim Handel mit Bulgarien. Im vergangenen Jahr legten die österreichischen Ausfuhren um 11,4% auf ein Volumen von 295 Mio Euro und die Importe um 32,1% auf 157 Mio Euro zu. Besonders stark fiel der Exportanstieg bei Lieferungen von Mess- und Prüfgeräten, bei Medizin/pharmazeutischen Erzeugnissen und bei Nachrichtengeräten aus. Ebenfalls eine Aufwärtstendenz gab bei Lieferungen von Papier/Pappe sowie bei Straßenfahrzeugen. Importseitig sind traditionell die Einfuhren von Bekleidung von größter Bedeutung. Weiter gab es substanzielle Zuwächse bei der Einfuhr von Möbeln und bei Schuhen. Große Bedeutung im Rahmen der österreichischen Einfuhren aus Bulgarien kommt den Reexporten österreichischen Unternehmen, die sich im Rahmen ihrer Internationalisierung in Bulgarien angesiedelt haben, zu.

"Bei den Direktinvestitionen behauptete die österreichische Wirtschaft ihre hervorragende Position und liegt mit über 430 Millionen Euro Investitionsvolumen an 5.Stelle unter den ausländischen Direktinvestoren", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Die österreichische Investitionstätigkeit in Bulgarien ist erfreulicherweise breit gestreut und reicht vom Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen, Mobilfunk) bis zu zahlreichen industriellen Produktionsbetrieben (Baustofferzeugung, Werkzeuge, etc.). Auch Investitionen im Bereich des Handels, besonders bei der Lebensmitteldistribution und bei Treibstoffen, sind von großer Wichtigkeit.

Gute Chancen für einen Einstieg in den bulgarischen Markt bzw. die Ausweitung der Marktanteile sieht Hermann Ortner, WKÖ-Handelsdelegierter in Sofia vor allem im Infrastrukturbereich. So sollen 2004 weitere Kraftwerke privatisiert bzw. erneuert und im Zuge des bevorstehenden EU-Beitritts (voraussichtlich 2007; mehr als drei Viertel der Verhandlungskapitel sind abgeschlossen) Umweltschutzvorhaben in Angriff genommen werden. In Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Bulgariens betont Ortner, dass "es der bulgarischen Regierung gelang, das Land makroökonomisch stabil zu halten und die internationale Verflechtung des Landes in Richtung Europäische Union, NATO und diverser internationaler Organisationen voranzutreiben." Sehr erfreulich und sicher maßgeblich durch die makroökonomische Zuverlässigkeit bedingt, ist das kontinuierliche Ansteigen des Kreditratings des Landes. Das Wirtschaftswachstum lag 2003 zwischen 4% und 5 %, wobei allerdings das Pro-Kopf-Einkommen mit weniger als 200 EUR pro Monat noch ein recht bescheidenes ist. Die Budgetpolitik Bulgariens zeichnet sich durch weitgehende Budgetdisziplin aus. In der Steuerpolitik ist ein recht unternehmensfreundlicher Kurs, der auf verstärktes Engagement ausländischer Unternehmen in Bulgarien abzielt, zu beobachten. Unter anderem soll die Körperschaftssteuer sukzessive auf 15 % (2005) gesenkt werden. (BS)

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