KfV: PFINGSTBILANZ ZEIGT - HÖCHSTE ZEIT FÜR PUNKTEFÜHRERSCHEIN!

Unfallbilanz Pfingsten 2004: 14 Todesopfer - das sind 8 mehr als im Vorjahr - Überhöhte Geschwindigkeit immer wieder Hauptunfallursache!

Wien (OTS) - 14 Tote auf Österreichs Straßen - das sind acht mehr als im Vorjahr und die höchste Zahl der Getöteten seit vier Jahren -die Verkehrsunfallbilanz des Feiertagswochenendes zeigt: Auf der Straße war von einem Fest nichts zu bemerken, der Pfingstfriede blieb im wortwörtlichen Sinn auf der Strecke. Nichtangepasste Geschwindigkeit war wieder für den Großteil der schweren Unfälle verantwortlich. Sieben Menschen mussten aufgrund von nicht angepasster Geschwindigkeit ihr Leben lassen. Der Großteil der toten Raser war zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Die frühsommerlichen Temperaturen lockten viele Motorradfahrer auf die Straße - leider kamen vier davon nicht mehr von ihrer Ausfahrt zurück. Ein Motorrad-Todesopfer war ohne Helm (!) unterwegs. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) mahnt wieder einmal alle Motorradfahrer zu besonderer Vorsicht. Das Unfallrisiko für Motorrad-Lenker ist viermal so hoch wie für Pkw-Lenker, da Motorradfahrer über keine Knautschzone verfügen und einer höheren Verletzungsschwere unterliegen.

Killer Geschwindigkeit
Um die Raser am Steuer in ihre Schranken zu weisen und das sinnlose Sterben durch den Temporausch zu stoppen, muss nun endlich das international erfolgreiche Gegenmittel zum Einsatz kommen: der vom Kuratorium für Verkehrs-sicherheit seit Jahren geforderte Punkteführerschein.

Die Unfallstatistik spricht eine deutliche Sprache: Unfallursache Nummer Eins ist nach wie vor Fahren mit überhöhter, nicht den Straßen- und Witterungsumständen angepasster Geschwindigkeit. Das Gefühl für die richtige Geschwindigkeit fehlt leider vielen Fahrern -mit oft fatalen Folgen für sie selbst und ihre Mitmenschen. Doch wer schneller fährt, ist nicht immer schneller am Ziel: Wer ein angepasstes Tempo und einen korrekten Sicherheits-abstand wählt, fördert einen homogenen Verkehrsfluss und vermeidet damit Staus und Kollisionen.

10 Jahre tatenlos: mehr als 1.000 Todesopfer!
Punkteführerschein, bitte warten: Die langjährige Diskussion um Einsatz oder Nicht-Einsatz dieser international bewährten Maßnahme gegen Hochrisiko-Lenker ist hierzulande eine einzige Chronologie der Versäumnisse. Der Punkteführerschein hätte in den letzten zehn Jahren bereits mehr als 1.000 Menschenleben retten können.

Während Österreich diskutierte und aufschob, nutzten andere europäische Staaten diese Zeitspanne in Sachen Verkehrssicherheit wesentlich besser: Zwischen 1994 und 2004 führten Bulgarien, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Polen, Slowenien und Ungarn ein Punktesystem ein - in Tschechien ist gerade eines in Vorbereitung.

KfV-Direktor Dr. Othmar Thann: "Stopp dem sinnlosen Sterben auf der Straße! Der Punkteführerschein muss auch in Österreich ehebaldigst zum Einsatz kommen - zum Schutz der vernünftigen Verkehrsteilnehmer vor der gefährlichen Minderheit der Raser und Rowdies."

14 Verkehrstote am Pfingstwochenende, um 8 mehr als im Vorjahr (24. Mai 2004 bis 31. Mai 2004 (einschl. Pfingstmontag)
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen des Pfingstwochenendes 2004 verloren 7 Pkw-Insassen (davon 5 Lenker), 4 Motorradlenker (davon einer ohne Helm) und 3 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser 12 tödlichen Verkehrsunfälle zu Pfingsten mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (6), Herzversagen (2), Vorrangverletzung (1), Überholen (1) und unbekannte Ursache (2) festgestellt werden. Von den 3 Radfahrern (65, 78 und 89 Jahre) kamen 2 durch Herzversagen und einer durch Fremdverschulden ums Leben. 6 der 12 Unfälle waren Alleinunfälle. Unter den 14 Verkehrstoten befinden sich 4 ausländische Staatsangehörige (3 Italiener uns 1 Deutscher). Jugendliche Verursacher (18 bis 23) sind für den Tod von 6 Verkehrsteilnehmern verantwortlich. Unter den 14 Getöteten sind 6 über 60 Jahre. Ein Pkw-Lenker wurde von einem nachkommenden Lkw-Lenker am Pannenstreifen getötet.
Vom 1. Jänner bis zum 31. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 275 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 322 Menschen tödlich.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Alexandra Ludvik
Pressestelle
Tel.: +43/1/717 70-225

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001