Muttonen zu RH-Kritik: Seipel nicht mehr tragbar

Wann reagiert Ministerin Gehrer endlich?

Wien (SK) Als "schlichtwegs untragbar" bezeichnete SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen den Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel. Nachdem er sich beim Raub der Saliera absolut fahrlässig verhalten hat und sowohl von Polizei als auch vom Rechnungshof mangelnde Sicherheitsvorkehrungen festgestellt wurden, werde er nun vom Rechnungshof wegen weiterer -zum Teil wirklich gravierender - Verstöße kritisiert, betonte Muttonen Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. "Ich frage mich wirklich, wie lange die zuständige Ministerin Gehrer an Seipel festhält und warum sie dies tut", so die SPÖ-Kultursprecherin, die endlich umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit sowie rasche Konsequenzen fordert. ****

Muttonen verlangt von Gehrer, den Rohbericht des Rechnungshofs offenzulegen und sich den Fragen des parlamentarischen Kulturausschusses zu stellen. Außerdem wird Muttonen eine weitere parlamentarische Anfrage an die Bildungsministerin zu den jetzt erhobenen Vorwürfen gegen Seipel einbringen.

Seipels misslungenes Krisenmanagement in der Causa Saliera sowie seine "abenteuerliche Sherlock-Holmes-Reise nach Italien" seien mittlerweile bekannt - wenn auch bisher ohne Konsequenzen geblieben. Nun soll laut RH-Rohbericht sich der KHM-Direktor aber auch auf fragwürdige Weise als Privatmann eine kleine Sammlung von ägyptischen Grabbeigaben zugelegt und Gemälde gegen den Einspruch der Restaurierungswerkstätte verliehen haben. Außerdem soll der Privatmann Seipel dem Direktor Seipel sein Auto verkauft und seine Dienstreisen nicht ausreichend dokumentiert haben, horrende Repräsentationskosten verbuchen und - "ein wahrer Hohn" - eine jährliche Geldaushilfe für Beamte, "die unverschuldet in Not geraten sind", kassieren; das, obwohl sein Geschäftsführerzuschlag laut RH von 1998 bis 2002 um das 2,5-fache angestiegen ist.

Die SPÖ-Kultursprecherin verlangt in dieser Causa "umgehend Konsequenzen, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird - was angesichts des Verlustes des 50 Millionen Euro schweren Salzfässchens zwar kaum mehr möglich sein sollte, allerdings hat die Kulturnation Österreich auch einen Ruf zu verlieren". (Schluss) cs

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