Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 28.Mai 04 1,228 2,09% 4,29% 1868,0 3915,5 10205,2 21.Mai 04 1,201 2,09% 4,28% 1829,7 3864,8 9937,6 Veränderung -2,16% 0,00%Pkt 0,01%Pkt 2,09% 1,31% 2,69%

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist im Mai mit einem Indexstand von 93,2 (Markterwartung: 94,0; April:
93,0) gegenüber dem Vormonat geringfügig gestiegen. Ein verbesserter Ausblick für den Arbeitsmarkt hat hierbei die negativen Auswirkungen eines gestiegenen Ölpreises sowie die Sorge über die Spannungen im Irak mehr als ausgeglichen. Der Index wird auf Basis einer Befragung von 5000 Haushalten ermittelt und gilt als wichtiger Indikator für die künftige Entwicklung der Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal mit einer annualisierten Rate von 4,4 Prozent Q/Q (Markterwartung: 4,5% Q/Q; Q4/03: 4,1 % Q/Q) und damit um 0,2 Prozentpunkte deutlicher gewachsen, als zunächst vom Handelsministerium vorausgeschätzt. Damit ist das US-BIP in den vergangenen vier Quartalen mit fünf Prozent so deutlich gewachsen, wie seit 1984 nicht mehr. In Deutschland ist der Ifo Geschäftsklimaindex für Mai mit einem Stand von 96,1 Punkten (Markterwartung: 96,0; April: 96,3) leicht gesunken. Die befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Vormonat etwas schlechter, während sich ihre Erwartungen minimal verbesserten. Die Rekordpreise für Benzin und wachsende Zweifel an einem wirtschaftlichen Aufschwung haben in Deutschland das Konsumklima eingetrübt. Der entsprechende Index für Juni fiel auf 4,5 Punkte (Mai: 4,7 Punkte).

Das bestimmende Ereignis an den Aktienmärkten war in der letzten Woche vor allem die Entwicklung des Ölpreises. Nach Aussagen des Opec-Präsidenten Purnomo Yusgiantoro (Indonesien), die Opec erwäge eine deutliche Anhebung der Förderquote, um einen für die Märkte "psychologischen Effekt" zu erzielen, sind die Ölpreise um mehr als 1 Dollar je Barrel gefallen. Der Preis für die Sorte Brent liegt mittlerweile bei 37 US-Dollar je Barrel, US Light Curde notiert bei 39,2 US-Dollar je Barrel. Noch vor kurzem markierte die Sorte Brent mit 40,05 US-Dollar ein neues 13-Jahres-Hoch, Light Curde mit 41,85 US-Dollar sogar den höchsten Stand seit 21 Jahren. Mittlerweile wird von der Opec sogar erwogen, die Förderquoten beim Ministertreffen am 3. Juni in Beirut zwischenzeitlich ganz auszusetzen. Die aktuelle Förderquote liegt bei 23,5 Mio Barrel pro Tag und gilt seit 1. April. Die offizielle Förderquote wurde nach den Schätzungen der Internationalen Energieagentur jedoch bereits im April um 1,9 Mio Barrel pro Tag überschritten. Und über nennenswerte offene Kapazitäten verfügt ohnehin nur Saudi Arabien, dass schon vor mehr als einer Woche angekündigt hat, die Produktionsmenge von derzeit 8,3 Mio Barrel pro Tag auf 9,1 Mio Barrel pro Tag und somit in die Nähe der Kapazitätsgrenze anzuheben. Eine tatsächliche Aussetzungen der Förderquoten hätte somit vor allem den gewünschten psychologischen Effekt. Die Aktienmärkte konnten in der letzten Woche mit dem niedrigeren Ölpreis wieder zulegen. Obwohl die industriellen Öllager nach wir vor niedrig sind und die Nachfrage hoch ist, und somit in naher Zukunft mit keinem dauerhaften und deutlichen Ölpreisverfall zu rechnen ist, sollten die störenden Einflüsse eines zur Stärke neigenden Ölpreises für die Märkte in den nächsten Wochen doch geringer als in den vergangenen Wochen sein. In diesem Umfeld erwarten wir auch in der nächsten Woche wieder leichte Kursgewinne an den Aktienmärkten.

Der US-Dollar ist in der vergangen Woche gegenüber dem Euro deutlich gefallen und liegt mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit acht Wochen. Der Grund für die aktuelle Schwäche liegt vor allem in den in den letzten Tagen etwas schwächer als vom Markt erwartet ausgefallenen US-Wirtschaftsdaten, die auch die Wahrscheinlichkeit einer US-Leitzinserhöhung am 30. Juni etwas reduziert haben. Im Vorfeld der Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden und bereits die Märkte in den letzten beiden Monaten positiv überrascht haben, sollte sich jedoch eine weitere Abschwächung der US-Währung in der nächsten Woche in Grenzen halten.

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