"Baltische Tigerstaaten": Die Wirtschaftsbeziehungen zu Österreich werden vertieft

AWO Horizonte: Die baltischen Länder als neue Drehscheibe zwischen Ost und West - Impuls-Referat des ehem. litauischen Staatspräsidenten Valdas Adamkus

Wien (PWK381) - Die drei baltischen Republiken Estland, Lettland
und Litauen haben sich dank eines jährlichen Wirtschaftswachstums von sechs bis acht Prozent den Ruf als "baltische Tigerstaaten" erworben. Österreich nützt diese Entwicklung sehr gut und konnte den Außenhandel mit allen drei Ländern kräftig ausweiten. Wichtigster Partner im Baltikum ist Litauen. Hier durchbrachen die österreichischen Ausfuhren erstmals deutlich die Grenze von 100 Millionen Euro, stellte der Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO), Walter Koren, Donnerstag Abend zum Auftakt einer Podiumsdiskussion mit prominenten Vertretern der drei baltischen Staaten im Haus der Wirtschaft fest.

Prominentester Teilnehmer der im Rahmen der AWO-Veranstaltungsreihe "Horizonte - Export verbindet Welten" organisierten Gesprächsrunde war der ehemalige Staatspräsident (1998 bis 2003) der Republik Litauen, Valdas Adamkus. Estland war am Podium durch Mart Laanemäe, Kabinettschef im Außenministerium, Lettland durch Staatssekretär Armands Gutmanis und die AWO durch den auch für das Baltikum zuständigen Handelsdelegierten in Helsinki, Johann Brunner, vertreten.

Die Gäste machten deutlich, dass sich die baltischen Staaten dem Westen und den westlichen Werten verpflichtet fühlen und sich ehrlich um das Vertrauen der westlichen "business community" bemühen. "Wir wollen einen Beitrag zur europäischen Gemeinschaft leisten, und gleichzeitig das Leben unserer Mitbürger verbessern", umriss Adamkus die Ziele seines Landes. Nach 50jähriger Trennung von der (west)europäischen Entwicklung seien die drei Länder jetzt intensiv um den Aufholprozess bemüht. "Dafür brauchen wir westliches Know How. Wir haben uns stark für Investoren geöffnet. Investitionen sind bei uns sicher und profitabel", betonte Adamkus, der sich im übrigen bei der kommenden Präsidentschaftswahl in Litauen wieder um das höchste Amt bewirbt.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Informationstechnologie (IT), auch der universitäre Bereich wird immer besser ausgebaut, stellte der Vertreter Litauens, Gutmanis, fest. Estland wiederum erfülle eine wichtige Brückenfunktion nach Finnland, betonte Laanemäe, Kabinettschef der estnischen Außenministerin.

Obwohl alle drei Staaten gleichermaßen am wirtschaftlichen Aufschwung teilnehmen wollen, suchen sie doch ihre kulturelle Identität und Sprache zu bewahren. In der Vielseitigkeit und Verschiedenheit liege das Besondere des Baltikums, hoben Adamkus und seine Diskussionspartner hervor.

"Vielfalt ist das Motto dieser Länder", fasste auch AWO-Chef Koren zusammen. Die Wirtschaftskammer hatte die drei baltischen Länder im Laufe des Donnerstag durch eine Vielzahl von Vorträgen den österreichischen Exporteuren und anderen interessierten Personen vorgestellt. Höhepunkt dieses ganztägigen Länderseminars war die Abendveranstaltung mit dem litauischen Staatsmann Adamkus.

Durch die Aufnahme der baltischen Staaten in die EU sei ein Markt von rund 100 Millionen Einwohnern rund um die Ostsee entstanden. Dieser Raum gehöre zu den dynamischsten Wachstumsregionen in Europa. Für österreichische Unternehmen ergeben sich gute Chancen einer Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr und Umwelttechnologie, so der Leiter der Handelsdelegation, in Helsinki, Brunner. Aber auch Spezalbereiche, wie Holzbe- und -verarbeitung eröffnen interessante Möglichkeiten. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH
Dr. Walter Koren
Tel.: (++43) 0590 900-4177
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0007