Schenner: Vorzeichen für Sommersaison stehen gut

Touristischer Arbeitsmarkt bereitet allerdings Sorgen - Resolution verabschiedet: "Praktikantenabkommen mit Ungarn rasch verwirklichen!"

Wien (PWK379) - Die heimische Tourismusbranche kann nach den
bisher vorliegenden Umfragedaten wieder mit einer guten Sommersaison rechnen. Der Urlaub "nicht daheim und doch zuhause" erfreut sich bei Herrn und Frau Österreicher anhaltender Beliebtheit, auch die Buchungssituation aus dem Ausland gibt zu vorsichtigem Optimismus Anlass. Ein Grund für diese positive Entwicklung sind sicherlich die enormen Investitionen der Betriebe in das passende "Allwetterangebot". Allein im Jahre 2003 waren dies rund 750 Millionen Euro, erklärte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Johann Schenner, in einem Ausblick auf die Sommersaison anlässlich der jüngsten Bundesspartenkonferenz in Wien.

Neben der stetigen Qualitätsverbesserung tragen, so Schenner, auch der Wellnesstrend und eine generelle Imageverbesserung der Alpen dazu bei, dass es seit 1988 nicht nur im erfolgsverwöhnten Wintertourismus sondern auch im Sommerhalbjahr jeweils ein leichtes Wachstum gegeben hat. "Es sollte möglich sein, die Ergebnisse des Vorjahres zumindest wieder zu erreichen. Allerdings sind die Rückmeldungen aus den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich, sie reichen von sehr gut bis unbefriedigend", stellte Schenner fest.

Weniger positiv ist nach Meinung Schenners der touristische Arbeitsmarkt einzuschätzen. "Es wird auch in diesem Sommer wieder schwer fallen, den Betrieben ausreichende Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen", fürchtet der Branchensprecher.

Bei "etwas mehr politischer Flexibilität" wären Hotellerie und Gastgewerbe dank der EU-Erweiterung jetzt in der angenehmen Lage, "nicht mehr ständig als Bittsteller um die nötige Zahl von Saisonniers zum Minister pilgern zu müssen". Da aber die Grenzen für den Arbeitsmarkt trotz Erweiterung geschlossen bleiben, bleibe der Tourismuswirtschaft nur die Alternative, die vorhandenen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Dazu gehörten eine noch flexiblere Handhabung der Saisonnier-Kontingente, die Integration der legal in Österreich lebenden Ausländer auch in den touristischen Arbeitsmarkt ohne Anrechnung auf die Kontingente, die praktische Umsetzung der zum Teil bereits ausverhandelten Praktikanten- und Grenzgängerabkommen mit angrenzenden EU-Mitgliedern - Schenner hob hier das Beispiel Ungarn hervor - sowie der Abschluss weiterer sektoralen und bilateraler Beschäftigungsabkommen mit diesen Ländern.

Das österreichisch-ungarische Praktikantenabkommen wird seit Jänner 2004 nicht vollzogen, d.h. die Anzahl der Praktikanten ist noch immer nicht fixiert, kritisierte Schenner: "Während der nunmehr fast viermonatigen Verzugsphase hat man die interessierten Betriebe, die ungarische Praktikanten einstellen möchten, stets vertröstet. Inzwischen häufen sich aber die Klagen und Beschwerden der Betriebe, sodass wir dringend ersuchen, das Abkommen zu unterzeichnen. Da das Saisonnierkontingent für die heurige Sommersaison gekürzt wurde (minus 100 Personen), ist das Praktikantenabkommen eine notwendige und sinnvolle Alternative".

Der rasche Vollzug des Abkommens wird in einer von der erweiterten Sektionsleitung beschlossenen Resolution urgiert. Die Resolution wird Wirtschafts- und arbeitsminister Mmartin Bartenstein übermittelt.

"Wenn der Tourismusstandort Österreich weiterhin funktionieren soll, brauchen wir die Freizügigkeit mit den neuen Mitgliedsländern. Ansonsten laufen wir Gefahr, der große Verlierer der EU-Erweiterung zu sein", betont Schenner. Das Saisonnierkontingent für den Sommer erfülle zwar nicht die Wünsche aller Bundesländer. Bezüglich der Rechtzeitigkeit und auch des Vorgriffs für die Gletschergebiete habe es doch einige Verbesserungen gegenüber der Vergangenheit gegeben, stellte Schenner anerkennend in Richtung Politik und Minister Bartenstein fest. (hp)

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