McKinsey warnt... Statt Spar-Diktaten sind intelligente Lösungen gefragt

Wien (OTS) - Die Kritik der Krankenkassen an der per Gesetz verordneten Deckelung der Verwaltungskosten bekommt nun ihre Bestätigung von unerwarteter Seite. In einer Analyse des deutschen Gesundheitswesens warnen die Consulter von "McKinsey & Company" vor negativen Nebenwirkungen von unbedachten Schnitten bei den Verwaltungskosten. OÖGKK-Obmann Oberchristl fordert von der Politik intelligentere Lösungen.

Die deutsche Gesundheitsreform beschert nicht nur den Versicherten eine Reihe von Selbstbehalten und Leistungs-Einschränkungen, sondern begrenzt auch die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen. Ihre Verwaltungsausgaben pro Versichertem dürfen bis 2007 nur maximal im Ausmaß der Beitragseinnahmen steigen. Überhaupt keine Steigerung dürfen Krankenkassen verbuchen, wenn ihre Verwaltungsausgaben mehr als zehn Prozent über dem Durchschnitt aller Krankenkassen liegen.

Der gesetzliche Sparzwang bei den Verwaltungskosten wird von "McKinsey & Company" in deren Broschüre "Health. Management-Wissen für die Gesundheitsbranche 1/2004" sehr kritisch beleuchtet. Einsparungen könnten für manche Krankenkasse schwer realisierbar sein, weil "die Personalkosten, der Hauptteil der Verwaltungsausgaben, tariflich gebunden sind ; ebenso die Altersrückstellungen für Mitarbeiter." Die Zahl der Mitarbeiter sei aber "vor allem von der Leistungsinanspruchnahme abhängig" und dies richte sich wiederum nicht nach finanziellen Kriterien, sondern sei "proportional zum Alter und der Morbidität der Versicherten".

Wovor die renommierten Unternehmensberater in Deutschland warnen, könnte auch den österreichischen Krankenkassen bald drohen. Sie dürfen bis 2007 nicht mehr an Verwaltungskosten ausgeben als im Jahr 1999. Das gesetzlich verordnete Spar-Diktat, das in Österreich ungleich schärfer als in Deutschland ausgefallen ist, könnte zu all den angesprochenen negativen Effekten führen.

Aus Sicht der OÖ Gebietskrankenkasse kratzt das Spardiktat der Regierung lediglich an der Oberfläche. OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Eine Diskussion über die drei Prozent Verwaltungsaufwand und ein Ignorieren der restlichen 97 Prozent ist ein Scheingefecht, das nichts bringt." Eine intelligente Lösung hieße, das Richtige richtig zu tun. Oberchristl: "Wenn die richtigen Lösungen für die Menschen erreicht werden, dann ist vielleicht auch ein Verwaltungsaufwand von vier oder fünf Prozent gerechtfertigt. Wenn nichts erreicht wird, sind hingegen zwei oder nur ein Prozent noch zu viel." Derzeit sehe es für die OÖ Gebietskrankenkasse so aus, dass sie durch das Spardiktat am Erfolg gehindert werde. Oberchristl:
"Das von McKinsey aufgezeigte Szenario trifft leider auch auf uns zu."

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