Umweltdachverband zum "Europäischen Tag der Parke":

Naturschutz muss bundeseinheitlich geregelt werden!

Wien (OTS) - Aus Anlass des Europäischen Tages der Parke, der morgen, Montag, 24. Mai 2004, zum sechsten Mal begangen wird und der heuer dem EU-weiten Schutzgebietsnetzwerk "Natura 2000" gewidmet ist, fordert der Umweltdachverband ein bundeseinheitliches Naturschutzgesetz. Dieses muss österreichweit Mindeststandards garantieren und ein gesamtstaatliches Auftreten gegenüber der EU und internationalen Organisationen ermöglichen. "Die Bundesländer sind nicht willens oder nicht in der Lage, internationale Naturschutz-Richtlinien und Konventionen zufriedenstellend umzusetzen. Gegenüber der EU spricht Österreich im Naturschutz mit 9 Zungen, auch die internationalen Nationalpark-Kriterien werden nicht überall eingehalten. Österreich ist drauf und dran, sich in Naturschutzbelangen lächerlich zu machen", warnt Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes.

Schwere Mängel bei Umsetzung von Natura 2000

Seit dem EU-Beitritt Österreichs vor fast 10 Jahren ist auch unser Land verpflichtet, am Aufbau des Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000 mitzuarbeiten und dafür bestimmte Gebiete vorzuschlagen. Maßgeblich dafür sind die Flora-Fauna-Habitat- sowie die Vogelschutz-Richtlinie, die - einzigartig in der EU - in Österreich regionsweise unterschiedlich angewandt werden. "Ein Schildbürgerstreich, der die Glaubwürdigkeit der Naturschutzpolitik auf die Probe stellt. Die Bundesländer ignorieren oder torpedieren die Schutzverpflichtungen, verklagt wird dafür jedoch die Republik", wettert Maier und fordert:
"Der Umweltdachverband verlangt vom Österreich-Konvent, dass diese untragbare Situation endlich bereinigt wird und ähnlich wie beim Tierschutz bundeseinheitliche Mindeststandards in Form eines Bundesrahmennaturschutzgesetzes festgelegt werden."

Noch viel zu tun in den österreichischen Nationalparks

Nicht einmal bei den heimischen Nationalparks ist alles eitel Wonne: Beim ältesten Nationalpark Österreichs, dem Nationalpark Hohe Tauern, verfügt bislang nur der Kärntner Anteil über die internationale Nationalpark-Anerkennung durch die Weltnaturschutzunion IUCN. Der Umweltdachverband verlangt von den neu gewählten Landesregierungen in Salzburg und Tirol Taten statt Worte hinsichtlich der überfälligen internationalen Anerkennung in der Kategorie II.

Donau-Auen: 20 Jahre nach Hainburg und 8 Jahre nach Nationalpark-Gründung ist der Nationalpark flächenmäßig noch immer nicht komplett. Der Umweltdachverband fordert eine Nationalpark-Erweiterung noch in diesem Jahr.

Gesäuse: Im Vorfeld des jüngsten österreichischen Nationalparks wird nach wie vor an einem Gipsabbauprojekt festgehalten, das nicht nur die Anrainer in Hall, Weng und Admont durch Lärm, Staub und Abgase und die Nationalpark-Region in ihrer Unversehrtheit, sondern auch das Wasserregime eines Natura 2000-Gebietes negativ beeinflussen würde. Der Umweltdachverband spricht sich gegen dieses Projekt aus und fordert: Vorrang für Naturerleben und Tourismus sowie Stopp für dieses landschaftszerstörende Projekt im Vorfeld des Nationalparks. "Auf jeden Fall muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden", verlangt Maier.

Großer Handlungsbedarf auch bei Welterbegebieten, Natur- und Biosphärenparks

Finanziell und personell völlig ungenügend ausgestattet sind in Österreich vor allem die von der UNESCO prädikatisierten Welterbegebiete (z.B. Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut) und die Biosphärenparks (z.B. Großes Walsertal) ebenso wie die von den Bundesländern ausgewiesenen Naturparks. Bund und Länder sind gleichermaßen aufgefordert, deren Schattendasein zu beenden und eine entsprechende finanzielle Dotation für ein sachgerechtes Management und für moderne Besucherangebote sicherzustellen.

Der Tag der Parke soll das Bewusstsein für die Natur- und Nationalparks schärfen.
Weitere Informationen: http://www.europarc.org, http://www.umweltdachverband.at

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband - Mag. Franz Maier, Geschäftsführer
Tel.: 0664/335 95 32
Dr. Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/40 113-21
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at

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