"trend": Palmers-Tanos kündigt Mehrheitsübernahme an

Palmers-Aufsichtsratsvorsitzender Paul Tanos kündigt Mehrheitsübernahme der Palmers Textil AG durch einen strategischen Partner an

Wien (OTS) - Palmers-Aufsichtsratsvorsitzender Paul Tanos kündigt eine mögliche Mehrheitsübernahme der Palmers Textil AG durch einen strategischen Partner an. Die drei grossen Aktionärsgruppen des Unternehmens seien dazu bereit, erklärt Tanos in einem Interview mit dem am Dienstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend". Tanos wörtlich: "Man steht auf Aktionärsseite einer strategischen Beteiligung offen gegenüber. Wenn der Partner passt, könnte auch eine Mehrheitsbeteiligung möglich sein." Ein solcher Einstieg solle vor allem bei der künftigen Expansion in Osteuropa nützen.
Eine Rückkehr des langjährigen Palmers-Chefs Rudolf Humer, der Gerüchten zufolge, eine Rückkehr plane, schließt Tanos im übrigen aus: "Dafür reicht meine Fantasie nicht aus. Ich kann es mir nicht vorstellen. Schließlich gibt es jetzt ein neues Management, und das Unternehmen trägt nicht mehr Humers Handschrift."
Zur Hemdentochter Gloriette sagt Humer im "trend"-Interview, dass für heuer der Turnaround geplant sei und nach wie vor ein Käufer gesucht werde: "Wir wollen uns prinzipiell auf das Kerngeschäft konzentrieren, aber wenn wir keinen Käufer finden, werden wir Gloriette behalten und selber sanieren."
Trotz harter Sanierung läuft das Geschäft bei Palmers allerdings noch nicht optimal, bestätigt Tanos: "Beim Umsatz liegen wir derzeit drei bis vier Prozent unter den Vorjahreswerten. Aber ich bin mir sicher, dass wir das noch aufholen."

Seit dem Amtsantritt des ehemaligen Wienerberger-Vorstandes Paul Tanos im Februar 2003 verabschiedete sich die Palmers Gruppe von elf Vorständen, 300 Mitarbeitern und ihrer langjährigen Werbeagentur Lowe GGK.
Die Palmers Textil AG ist mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent und einem Jahresumsatz von 161 Millionen Euro Österreichs grösster Textilkonzern. Drei Millionen Kunden pro Jahr frequentieren das 1914 in Innsbruck gegründete Unternehmen, das derzeit 1700 Mitarbeiter beschäftigt. Palmers betreibt 120 eigene Filialen, 170 Franchiseshops, 68 Gazelle- und 12 p2-Geschäfte, sowie 100 Outlets im Ausland, 60 davon in Deutschland. 25 Wolford-Filialen, die noch von Palmers geführt werden, gehen in Kürze an Palmers zurück.
Die gesamte Palmers-Gruppe inklusive Immobilien repräsentiert derzeit einen Wert von rund 350 Millionen Euro. Die über zwanzig Aktionäre des Palmers-Clans sind in drei zerstrittene Gruppen zerfallen: Ein Drittel hält im wesentlichen Christian Michael Palmers, ein Drittel seine Schwester Elisabeth Wilhelm, den Rest Michael Alexander Palmers, Hans Palmers und Rudolf Humer (12 Prozent).
Wie trend exklusiv berichtete, kam es 2002 zu schweren Zerwürfnissen zwischen den Eigentümern, die 2003 zur Ablöse des langjährigen Palmers-Chefs Rudolf Humer führten. Nach jahrelangem Kunden- und -flächenmässig bereinigtem - Umsatzschwund, war Palmers 2002 mit 3,4 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. In der Folge wurden eine Reihe von Palmers-Töchtern abgestossen, zuletzt das Wiener Nobel-Kaufhaus Braun & Co, das jährlich eine Million Euro Verlust erwirtschaftete.
Der Schuldenstand der Palmers-Gruppe wurde so inzwischen auf rund 60 Millionen Euro reduziert. Nach harten Sanierungsschnitten des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Tanos, erzielte die Textil AG zuletzt wieder ein Jahresplus von 5,5 Millionen Euro. Tanos ist Unternehmensberater und war langjähriger Wienerberger-Vorstand.

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