Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 21.Mai 04 1,201 2,09% 4,28% 1829,7 3864,8 9937,6 14.Mai 04 1,179 2,09% 4,36% 1813,8 3784,2 10010,7 Veränderung -1,77% 0,00%Pkt -0,08%Pkt 0,88% 2,13% -0,73%

Die wichtigsten Wirtschaftsdaten, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, fielen schwächer aus, als vom Markt erwartet. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia ist im Mai mit 23,8 Punkten (Erwartung: 30,5 Punkte; April: 32,5 Punkte) deutlich gesunken. Eine Zahl über Null signalisiert jedoch weiterhin ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes der Region Philadelphia, die einen wichtigen Indikator für die landesweite Entwicklung darstellt. Der Index der US-Frühindikatoren, der einen Hinweis für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA in den kommenden Monaten gibt, ist im April um 0,1 Prozent M/M (März: 0,8% M/M) gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,2 Prozent. Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich befragten Analysten und institutionellen Anleger haben ihre Konjunkturerwartungen für Deutschland den fünften Monat in Folge zurückgenommen. Der entsprechende Index sank im April auf 46,4 Punkte (Erwartung: 49,0; März: 49,7 Punkte). Die Konjunktureinschätzung der Unternehmen wird in der kommenden Woche in Form des Ifo Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Für eine positive Überraschung sorgte Japan. Die Wirtschaft des Landes ist im 1. Quartal 2004 mit einer annualisierten Rate von 5,6 Prozent Q/Q (Erwartung: 3,8% Q/Q; Q4/03: 6,9% Q/Q) gewachsen. Neben dem deutschen Ifo Index stehen in der nächsten Woche die vorläufigen US-BIP-Zahlen für Q1 auf dem Programm. Die kürzlich von offizieller Seite veröffentlichte Schätzung belief sich auf ein annualisiertes BIP-Wachstum von 4,2 Prozent Q/Q. Von Interesse wird auch der BIP-Deflator sein, der ein breites Maß für die Preisentwicklung darstellt, die wiederum einen wichtigen Einflussfaktor für die Zinsentscheidung der US-Notenbank bildet.

Der Ölpreis ist in der vergangenen Woche nur geringfügig gesunken. Am Wochenende findet ein informelles Treffen der Opec-Minister in Amsterdam statt. Eine Entscheidung bezüglich einer Anhebung der offiziellen Förderquote, die derzeit ohnehin deutlich unter der tatsächlichen Fördermenge liegt, oder eine tatsächliche Fördermengenerhöhung könnte aber auch erst beim nächsten regulären Opec-Treffen am 3. Juni im Beirut fallen. Da aufgrund der zu geringen US-Raffinerie-Kapazitäten die US-Benzinvorräte aktuell um 2 Prozent niedriger sind als vor einem Jahr und somit die Sorgen um einen bevorstehenden Engpass weiter bestehen sollten, dürfte sich der Ölpreisverfall auch bei einer Ausweitung der Opec-Fordermenge in Grenzen halten.

Der Euro konnte im selben Zeitraum gegenüber dem US-Dollar zulegen. Belastend für den Dollar wirkten vor allem die mehrheitlich eher schwachen US-Wirtschaftsdaten der letzten Tage und die Bombenanschlägen in der Türkei und im Irak. Wir gehen davon aus, dass sich die wichtigsten US-Wirtschaftsdaten, die in der nächsten Woche veröffentlicht werden, wieder etwas verbessern, was eine weitere Dollar-Abschwächung begrenzen sollte. Auf Wochensicht erwarten wir das Währungspaar EURUSD auf aktuellem Niveau.

Nach den deutlichen Kursabschlägen der Wochen zuvor konnten die Aktienmärkte in der vergangenen Woche wieder etwas an Boden gut machen. Auch die Kurse an der indischen Börse, die nach dem überraschenden Sieg der Kongress-Allianz, der auch kommunistische Parteien angehören, den größten Verlust in ihrer 124-jährigen Geschichte verzeichneten, konnten mit der Nominierung von Manmohan Singh als Premierminister wieder zulegen. Sing war vor zehn Jahren bereits Finanzminister und damit für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes mitverantwortlich. Auch in der nächsten Woche sollten sich die unserer Meinung nach übertriebenen Kursrückgänge der Wochen zuvor wieder etwas zurückbilden und leichte Kurssteigerungen an den wichtigsten Aktienmärkten zulassen.

Rückfragen & Kontakt:

Research-Team der VB Investmentbank AG
Uta Pock: uta.pock@oevag.volksbank.at
Tel. 01-31340-7022
Friedrich Glechner: friedrich.glechner@oevag.volksbank.at
Tel. 01-31340-7017
Manfred Dirngrabner: manfred.dirngrabner@oevag.volksbank.at
Tel. 01-31340-7019
Dana Kharchenko: dana.kharchenko@vbib.at Tel. 01/31340-7006

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF0002