Tierschutz-Einigung: Ein lachendes und ein weinendes Auge - Gnadenhof Arche Noah rettet wieder 50 Hühner aus Legebatterie

Laaben (OTS) - Die gestern erzielte Einigung der 4 Parlamentsparteien auf ein bundeseinheitliches Tierschutzgesetz nach monatelangen Verhandlungen sieht der Vorsitzende des Vereins "Animal Spirit", Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, mit einem lachenden und einem weinendem Auge: "Grundsätzlich begrüßen wir es sehr, daß es nach jahrzehntelangem Widerstand der Agrarlobby nun doch endlich zu einem tragbaren Kompromiß zwischen den Parteien in Sachen Tierschutzgesetz gekommen ist. Das endgültige Aus für Legebatterien, der Tierschutz-Ombudsmann mit Parteienstellung, die Förderung des Tierschutzes sowie das zumindest teilweise Verbot der dauernden Anbindehaltung sind wichtige Meilensteine für die Rechte der Tiere. Dennoch vermissen wir in anderen Bereichen immer noch - besonders in der Schweinehaltung, bei schmerzhaften Eingriffen und beim Schächten - entscheidende Fortschritte."

So gab es beispielsweise gerade bei den so intelligenten und sensiblen Schweine keinerlei Verbesserungen gegenüber dem an die Agrarindustrie angepaßten EU-Recht. So bleiben weiterhin Vollspaltenböden, Kastenstände für Zuchtsauen, das Kastrieren ohne Narkose und das Abschneiden der Schwänze bei Ferkeln durch die Tierhalter erlaubt. Auch das Schnäbelkupieren bei Hühnern als Symptomenbekämpfung schlechter Haltungen soll nicht verboten werden. Ebensowenig wird das anachronistische Brennen von Pferden -Lipizzaner haben gar drei Brandzeichen! - untersagt. Auch sucht man vergeblich nach Verbesserungen bei der intensiven Mastgeflügelhaltung oder bei den Kaninchen, die nach wie vor wie Hühner in winzigen Käfigen ihr Dasein fristen müssen.

Leider ist auch beim Schächten, also dem Schlachten ohne vorhergehende Betäubung durch Bolzenschußgerät oder Elektrozange, nur ein "fauler Kompromiß" herausgekommen: Der Betäubungsschuß muß nicht vor, sondern erst NACH dem Schnitt durch den Hals getätigt werden. Davor muß das Tier noch minutenlange Todesängste erleiden, wenn es in der sog. Schächttrommel nahezu bewegungslos fixiert, auf den Rücken gedreht und der Hals extrem nach hinten gestreckt wird. Auch bleibt die Frage offen, wie effizient das überhaupt kontrolliert werden kann bzw. will?

Auf dem Gnadenhof Arche Noah des Vereins "Animal Spirit" dürfen sich dafür seit gestern 50 freigekaufte ehemalige Käfighühner eines neuen Lebens in Freiheit erfreuen: Schon bald werden sie sich hier am Hendlberg gut eingewöhnt und wieder gelernt haben zu picken, zu scharren, zu flattern und ihre Eier in einem Stroh-Nest zu legen, was sie in ihrem früheren Hühner-Gefängnis verlernt haben. Zum Glück werden wenigstens diese ab 2009 in Österreich der Vergangenheit angehören!

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