GPA fordert Arbeitszeitverkürzung für Telekombranche

Kreative Lösungen statt "hire and fire"-Methoden

Wien (GPA/ÖGB) - "Die jüngsten Kündigungen in der österreichischen Telekommunikationsbranche und die Diskussion über möglichen weiteren Personalabbau bei Anbietern zeigen ein getrübtes Bild einer Branche, in der die Verantwortung für MitarbeiterInnen offenbar verloren gegangen ist", kritisiert der Geschäftsbereichsleiter der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Karl Proyer, die jüngsten Kündigungen beim Mobilfunkanbieter 'one'. ++++

"Anstatt die Folgen eines ruinösen Preiswettkampfes auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen, wären in dieser Phase kreative Lösungen zur Sicherung von Beschäftigung in der Branche gefragt. So wird die GPA bei den nächsten Kollektivvertragsverhandlungen die Frage nach einer Arbeitszeitverkürzung aufs Tapet bringen", so Proyer.

Die GPA hat gemeinsam mit der GPF (Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten) für über 5.000 Beschäftigte in den alternativen Telekom-Unternehmen im Jahr 1997 einen eigenen Kollektivvertrag abgeschlossen, in dem die Regelarbeitszeit mit 40 Stunden auf Grund der Aufbauphase der Unternehmen festgelegt wurde. "Hier besteht absoluter Handlungsbedarf in Richtung Verkürzung der Wochenarbeitszeit, um Beschäftigung zu sichern", so der GPA-Bereichsleiter.

"Neben der Arbeitszeitverkürzung wären auch intensivere Bemühungen zur Weiterbildung und Umschulung von Beschäftigten etwa über eine Branchenstiftung dringend gefragt. Offenbar haben die Unternehmen in der Phase des Netzauf- und -ausbaues den Beschäftigtenstand ohne einen Gedanken auf nachhaltige Beschäftigungssicherung ausgebaut, um sie jetzt wieder auf die Straße zu setzen. Das hat nichts mit Verantwortungsbewusstsein für die Beschäftigten und schon gar nichts mit gesamtwirtschaftlicher Verantwortung zu tun", kritisiert Proyer.

ÖGB, 20. Mai
2004
Nr. 354

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