Caritas: Keine Armuts-Studie für VP Wien

Wertung von VP Klub nicht von der Caritas

Wien (OTS) - Der guten Ordnung halber wird vom Pressesprecher der Caritas der Erzdiözese Wien Peter Wesely, festgehalten, "dass es keine 'aktuelle Caritas-Studie' zum Themenbereich Armutsgefährdung und Kinderarmut gibt. Die in der heute veröffentlichten OTS 133 des ÖVP-Klub Wien berichtete Wertung der finanziellen Absicherung von Sozial-und Familienbetreuung als 'sehr ausgewogen' ist daher eine Wertung aus dem ÖVP Klub Wien. Die angeführte Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Armutsgefährdung und den Leistungen des Bundes stammt aus dem 2. österreichischen 'Nationalen Aktionsplan für soziale Eingliederung, 2003-2005'. Dieser wurde unter der Federführung des Sozialministeriums im Juli 2003 fertiggestellt und am 12.8.2003 vom Ministerrat genehmigt."

Caritas: Bei den potenziellen Armutsrisiken der Eltern ansetzen

Die Caritasposition zu diesem Themenbereich wurde im vergangenen November anlässlich der Inlandskampagne vom Caritasdirektor von Graz Caritaspräsident Franz Küberl wie folgt beschrieben:

"Kinderarmut ist eine Frage des Sozialsystems insgesamt. Eine wirksame Bekämpfung von Kinderarmut muss bei potenziellen Armutsrisiken der Eltern, wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Behinderung ansetzen. Insofern steht bei der Bekämpfung von Kinderarmut das Sozialsystem insgesamt auf dem Prüfstand.

Anregungen für notwendige Verbesserungen

Verbesserungen für die Betroffenen brächte zum Beispiel der Ausbau des Kinderbetreuungsgeldes oder die Gewährung der Familienbeihilfe für alle Kinder in diesem Land. Eine Erhöhung des Kinderbetreuungsgeldes auf die Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes könnte die armutspräventive Wirkung deutlich verbessern. Auch die Familienbeihilfe ist ein gutes Instrument der Armutsvermeidung. Sie wird aber leider nicht für jedes Kind in diesem Land ausgezahlt.

Noch immer gibt es Probleme beim Unterhaltsvorschuss, der als Ersatzleistung für fehlende Alimente eines Elternteils ausgezahlt wird. Er muss in Wirkung und Leistung verbessert werden. Das bedeutet konkret, dass die Verfahren beschleunigt werden müssen und sichergestellt sein muss, dass nicht das Kind das Risiko für freiwillige, aber sehr unregelmäßig erfolgende Zahlungen des Unterhaltschuldners zu tragen hat.

Ich bin überzeugt, dass auch der Ausbau der Kinderbetreuungs- und Hortangebote - qualitativ und quantitativ - mithilft Kinderarmut zu vermeiden. Denn viele können sich einen Einkommensausfall nicht leisten. Und zudem ist Armut nicht nur eine Frage des Einkommens sondern auch eine Frage der Lebenserhaltungskosten. Es muss ausreichend Tagesmutterangebote, familienähnliche Betreuungseinrichtungen und altersgemischte Gruppen geben. Die Öffnungszeiten sind den Bedürfnissen der Eltern, die Aufenthaltsdauer in der Einrichtung den Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Insbesondere in Ferienzeiten mangelt es an geeigneten Angeboten. Das merken wir ganz drastisch, denn die Caritas-Ferienaktivitäten sind immer restlos ausgebucht. Zudem sollte es besonders im Jahr der Menschen mit Behinderungen eine Priorität sein, das Angebot von integrativen Kindergärten auszubauen, damit der Kindergarten auch ein selbstverständliches Angebot für Kinder mit Behinderungen wird.

Tatkräftige Hilfe gegen Kinderarmut

Die Caritas ist in ihrer Arbeit mit den unterschiedlichsten Krisensituationen von Familien konfrontiert. Manche brauchen finanzielle Überbrückungshilfe, etwa für den Schulanfang, eine Zahnspange, eine besondere Diät oder für eine spezielle Lernbetreuung. Aber sehr oft brauchen die Familien nach unserer Erfahrung mehr. Die Caritas versucht diese Familien durch Beratung, Begleitung und Betreuung oder auch durch die Familienhilfe zu stützen. Bei instabilen oder sehr belasteten Familienverhältnissen ist die Familienhilfe jene praktische und entlastende Unterstützung, die den Weg aus der Krise bewältigen hilft und positiv auf die Kinder wirkt. Denn die Kinder sind die Hauptopfer von zerrütteten Familien.

Kinderarmut folgt der Elternarmut. Wer die Eltern unterstützt, hilft den Kindern. 46 Prozent der KlientInnen in den Sozialberatungsstellen der Caritas haben Kinder. Das größte Problem dieser Eltern und AlleinerzieherInnen sind Schulden und Arbeitslosigkeit. Die Caritas berät, tröstet, assistiert, vermittelt und hilft: Denn nur wenn die Eltern schaffen aus der Armut wieder herauszukommen, haben auch die Kinder eine Chance. Armut darf nicht vererbbar sein." So Caritaspräsident Franz Küberl am 29.10.2003.

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Peter Wesely
Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 221 od. 0664/1838140
p.wesely@caritas-wien.at http//www.caritas-wien.at

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