EU speist Bürgerinnen und Bürger mit Genmais ab!

Wien (OTS) - Mit dem heutigen Tag (19.05.2004) ist es traurige Gewissheit: Die EU-Kommission hat sich eigenmächtig gegen den Willen ihrer Bürger und Bauern entschieden. Mit der Zulassung des Bt11-Gentech-Mais fällt das Moratorium, und ein neuer Gentech-Mais landet als Nahrungsmittel in den Supermarktregalen.

Die Maissorte Bt11 von Syngenta, ein gentechnisch veränderter Süßmais, darf bereits seit 1998 für Futtermittelzwecke und für verarbeitete Lebensmittel wie Öle, Stärke oder Stärkeprodukte in die EU importiert werden. Nach der heutigen Zulassung durch die EU-Kommission findet sich der Genmais bald in den Supermarktregalen.

"Mit dieser gravierenden Fehlentscheidung setzt sich die EU-Kommission eigenmächtig über den Willen der Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch der Bauern hinweg. Wen wundert es da, dass bei dieser Ignoranz die Menschen immer EU-müder werden. Der Biolandbau wird sich jedenfalls weiterhin massiv für die Menschen und gegen Gentechnik in der Landwirtschaft einsetzen. Wir experimentieren mit den Menschen nicht herum. Die Biobäuerinnen und Biobauern bieten den Konsumenten gesunde Bio-Lebensmittel an und das wird auch in Zukunft so sein." - zeigt sich Biobauer Markus Schörpf von der eigenmächtigen Kommissionsentscheidung enttäuscht.

Zwtl. Kommt es schon nächste Woche zu einer weiteren Fehlentscheidung?!

Bereits am 26. Mai könnte sich die EU-Kommission wiederum gegen ihre Bürger und Landwirte aussprechen:
Da steht die entgültige Entscheidung über die Grenzwerte für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) beim Saatgut an. In der derzeitig geplanten Form - erlaubt wäre, je nach Kultur, eine Saatgutverunreinigung bis 0,3 %, bzw. 0,5 % - führt der Grenzwert zu einer massiven Einschränkung der Wahlfreiheit der Bauern. Werden die Grenzwerte über der technischen Nachweisgrenze, bzw. höher als bei 0,1 %, gesetzt, werden Landwirte in Zukunft - ohne ihr Wissen -GVO-verunreinigtes Saatgut verwenden. Damit wäre einer großflächigen Kontamination Tür und Tor geöffnet.

"Wir hoffen, dass diesmal die Stimme der Vernunft in Brüssel gehört wird. Im Interesse aller österreichischen Bürger und Bauern fordert die österreichische Biolandwirtschaft einen GVO-Grenzwert von 0,1 % nach dem Vorbild der österreichischen Saatgut-Gentechnikverordnung. Denn nur so haben die Bauern auch in Zukunft die Wahlfreiheit zwischen GVO- und Nicht-GVO-Saatgut" - hofft Alexandra Pohl, ARGE Bio-Landbau, auf einen positiven Entscheid - im Sinne aller Konsumenten und Landwirte.

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