Strategieplan Wien im erweiterten Europa

Schicker: Wien nutzt Chancen und Herausforderungen - Startschuss für breite öffentliche Diskussion des Entwurfs

Wien (OTS) - "Wien nutzt seine Chancen und Herausforderungen, die sich durch die Erweiterung der europäischen Union - einem der wichtigsten Zukunftsprojekte Europas - ergeben. Mit dem Entwurf zum neuen Strategieplan dokumentiert die gesamte Wiener Stadtregierung, dass ihr die Erhaltung der hohen Lebensqualität in der Stadt und die Gestaltung der weiteren Zukunft Wiens und der gesamten Region nicht bloß ein Lippenbekenntnis, sondern ein tatsächliches, ernstgenommenes Anliegen ist", unterstrich Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker am Mittwoch im Rahmen einer Mitteilung im Wiener Gemeinderat. Der neue Strategieplan sei einerseits nicht nur die Fortführung der Maßnahmen von 2000, sondern beinhalte zahlreiche neue strategische Projekt. Neu seien ebenso die Prämissen der Nachhaltigkeit und des Gender Mainstreaming als Querschnittsmaterien. Schicker: "Wir zeigen mit dem neuen Strategieplan einerseits Kontinuität, andererseits aber setzen wir neue Impulse und Akzente, um den neuen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Wesentlich dabei ist auch die starke Orientierung hinsichtlich Umsetzbarkeit der Projekte", unterstrich Schicker.****

Geschäftsgruppenübergreifende Erarbeitung

Der neue Strategieplan wurde im Zusammenwirken der gesamten Stadtregierung, der Magistratsdirektion und vielen Mitarbeitern des Magistrats der Stadt Wien sowie unter Einbeziehung der Fonds und anderer Institutionen mit Bezug zur Stadt Wien neu konzipiert. Es soll dazu beitragen, die Positionierung Wiens in der erweiterten Europäischen Union, die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Entwicklung, soziale und kulturelle Innovationen, Stadtentwicklung und Wohnen, Lebens- und Umweltqualität in Leitbild, Zielen und konkreten Handlungsfeldern sicherzustellen und weiter zu optimieren.

Öffentliche Diskussion

Mit der heutigen Mitteilung wurde auch der Startschuss für die öffentliche Diskussion gegeben. Als erste Maßnahme dazu ist der Strategieplan ab kommendem Montag, im Internet unter
http://www.wien.at/stadtentwicklug/strategieplan zu finden. Unter
http://www.forum.wien.at/ werden zudem alle Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit haben, den Strategieplan zu diskutieren, Fragen zu stellen und ihre Anliegen und Meinungen einzubringen.

Im Hinblick darauf, dass der Strategieplan und der STEP 05 praktisch gleichzeitig unter Ausnutzung von Synergien bearbeitet wird und der STEP 05 auf der Vision, dem Leitbild und Zielen des Strategieplans aufbaut, soll auch der Diskussionsprozess im Herbst 2004 nicht gesondert, sondern in integrierter Form geführt werden.

Rahmenbedingungen des neuen Strategieplans

Bereits im Jahr 2000 hat die Wiener Stadtregierung einen Strategieplan für Wien vorgelegt. Dieser wurde immer als lebendiger Plan, der einer ständigen Weiterentwicklung bedarf, verstanden. In der Zwischenzeit haben sich einige wesentliche Rahmenbedingungen geändert, viele Themenbereiche und strategische Projekte wurden weiterentwickelt. Deshalb hat die Wiener Stadtregierung nun einen neuen Strategieplan mit dem Titel "Strategieplan Wien im erweiterten Europa" im Entwurf vorgelegt.

Ein ganz wesentliches Ereignis mit großem Einfluss auf die zukünftige Rolle der Stadt Wien ist die mit Mai 2004 erfolgte Erweiterung der Europäischen Union - das wichtigste und vitalste Zukunftsprojekt Europas. Dieses Ereignis allein ist schon ein ausreichender Anlass, den Strategieplan 2000 im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung zu aktualisieren und zu akzentuieren.

Zusätzlich hat die Wiener Stadtregierung seit 2001 eine Reihe neuer politischer Akzente gesetzt, die z.B. in den Wiener Visionen 2010, im Regierungsprogramm 2001 und in den 100 Projekten für die Zukunft Wiens ihren Orientierungsrahmen haben und auch in den neuen Strategieplan eingeflossen sind.

Inhalte des neuen Strategieplans - 41 strategische Projekte

Mit dem Strategieplan liegt eine attraktive Vision für die Aufgaben der kommenden Jahre vor. Er enthält die neuen strategischen Orientierungen und Projektentwicklungen der Geschäftsgruppen, der Magistratsabteilungen sowie Fonds und Institutionen der Stadt Wien.

Gegenüber dem Strategieplan 2000 wurden die Grundorientierungen auf Nachhaltigkeit, regionale Zusammenhänge, Gender Mainstreaming, aktive Standortpolitik, Öffentlichkeit und Partizipation vertieft. Strategisch wichtige Handlungsfelder, wie "Nachhaltige soziale Sicherheit" und "Wohnbau, Wohnbauförderung und Wohnhaussanierung" wurden neu aufgenommen. Die bisherigen Handlungsfelder -beispielsweise Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik und Gesundheitspolitik - wurden wesentlich erweitert und vertieft. Im Bereich von Stadtentwicklung und Verkehr wurden die Ziele und das Handlungsprogramm des Masterplan Verkehr in den Strategieplan eingearbeitet. Gleichzeitig bietet der Strategieplan eine grundsätzliche strategische Orientierung für den neuen Stadtentwicklunsplan STEP 2005, der die räumliche Gesamtentwicklung Wiens festlegt.

Insgesamt wurde die Umsetzungsorientierung deutlich verstärkt. Seit der Erstellung des ersten Strategieplans im Jahr 2000 zeigt sich in der Umsetzung von Leitbild und strategischen Zielen eine vielfältige und insgesamt dynamische Entwicklung. Eine Reihe von Projekten ist erfolgreich abgeschlossen worden. Darauf aufbauend wurde eine Vielzahl von neuen Projekten definiert und in den Strategieplan aufgenommen. Insgesamt beinhaltet der neue Strategieplan nun 41 strategische Projekte.

Der Entwurf des neuen Strategieplans soll einen Rahmen für Dialog und Praxis aller gesellschaftlichen Gruppen bilden. Er ist eine Einladung zur Mitarbeit an der Entwicklung Wiens. Er richtet sich an Wissenschaft und Wirtschaft, Bevölkerung, Initiativgruppen und Verwaltung. Und er richtet sich an Kooperationspartner auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

Übersicht über die strategischen Projekte

A) Weitergeführte strategische Projekte aus dem Strategieplan 2000 - zum Teil in neue strategische Projekte integr. bzw. zum Teil fortgesetzt:
o Verwaltungsmodernisierung à Querschnittsorientierung im
gesamten Strategieplan 2004
o TEN-Knoten Region Wien (2004: INTERREG-Projekt "CENTRAL")
o CCC-Projekt. Grenzüberschreitende Wirtschaftskooperation: CCC

Internetportal und DIANE (vgl. Weiterentwicklung des Gate Vienna (integr. in "Technologieparks")

o Regionalmanagement Wien-Umland (integr. in "Stadt-Umland- Management SUM")
o Entwicklung Wiens zum Biotechnologiestandort (integr. in "Cluster-Initiativen)
o CSP - Cluster Support Programm
o Stadtentwicklungszone Erdberger Mais - Aspanggründe:

Weiterführung als "Stadtentwicklungszone Neu Erdberg/Simmering "maiswien" und Aspanggründe"

o Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds WWTF
o Das Kinderquartier im Museumsquartier (MUQUA)
o Gewässer- und Grünraumvernetzung (vgl. Entwicklung der übergeordneten Landschafts- und Erholungsräume)
o Realisierung des Grüngürtels Wien `95
o Attraktivierung des öffentlichen Raumes (integr. in

"Neuinterpretation des öffentlichen Raumes" und "50 Orte Programm")

o Innerstädtische Zentren und Geschäftsstraßen (integr. in "Revitalisierung von Einkaufsstraßen")
o Entwicklung von Volksprater - Messegelände - Krieau - Stadion
o Gürtelmanagement
o Geschlechtssensible Kinder- und Jugendspielplätze
o einfach-mehrfach
o Klimaschutzprogramm der Stadt Wien (KliP Wien)
o Integrativer Gesundheitsplan 2000 für Wien (integr. in "Das Wiener Gesundheitsförderungsprogramm")
o ÖkoBusinessPlan
o Gender Mainstreaming in der Planung (Umsetzung in Pilotbezirk
und Musterbezirken)
o Forcierung der Stadterneuerung in öffentlich-privater

Partnerschaft - Pilotprojekt Baublockmanagement (vgl. Pkt. 4.4.3 Forcierung von Synergien in der Stadtentwicklung)

o Ältere MigrantInnen im System der Altenhilfe (vgl. Pkt. 5.1.5 Entwicklung interethnischer SeniorInnenzentren)
o Community Interpreters. Kommunalzentrale - ein Schlüssel zu

Gleichberechtigung und interkultureller Verständigung) (vgl. Pkt. 5.3.1 Gesundheitsförderung bedarf der Chancengleichheit für

alle Bevölkerungsgruppen)
o PUMA - Projekt Umweltmanagement in Amtshäusern der Stadt Wien
o Alltagsgerechte Sanierung UND Neubau - Altmannsdorf NEU -

Wohnhausanlagen am Schöpfwerk: davon "Sanierung Neues Schöpfwerk" abgeschlossen, weitergeführt : KDAG-Stadt 2000 o Thermoenergetische Wohnhaussanierung - THEWOSAN

B) Abgeschlossene Projekte aus dem Strategieplan 2000:
o Wiener Bildungsnetz
o Hauptbibliothek Wien
o Wohnen, Arbeiten und Freizeit: Beispiele: Gasometer und
Wienerberg City
o Knowlege Base Vienna
o Alltagsgerechte Sanierung UND Neubau - Altmannsdorf NEU: davon "Sanierung Neues Schöpfwerk" abgeschlossen

C) Neue strategische Projekte im Strategieplan 2004:
o Centrope
o JORDES+
o Stadt-Umland-Management (SUM): Neuansatz auf der Basis von "Regionalmanagement Wien-Umland"
o Cluster-Initiativen: wesentliche Erweiterung des Ansatzes "Entwicklung Wiens zum Biotechnologiestandort"
o Strategische Allianz mit den Austria Research Centers (ARC)
o Technologieparks: wesentliche Weiterentwicklung des Ansatzes
"Tech Gate Vienna"
o Labour Market Monitoring (LAMO)
o Überregionale Beschäftigungsstrategie
o Wissensmanagement im Magistrat
o Mozart 2006
o Innovation der Theaterszene
o Kunstplatz Karlsplatz
o Biosphärenpark Wienerwald
o Das Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm Netzwerk Natur
o "Bahnhof Wien - Europa Mitte" und "Neuer Stadtteil Wien Südbahnhof": Neuansatz auf der Basis von "Hauptbahnhof Wien"
o Flugfeld Aspern - im Gefolge der U-Bahnerweiterung
o "Zu Fuß in Wien" - Qualitätsmanagement
o Gender Mainstreaming - Pilotbezirk und Musterbezirke:

Konkretisierung des Querschnittsziels "Gender Mainstreaming in der Planung"

o Integrations- und Diversitätsmanagement in Wien
o Lokale Agenda 21-Prozesse in den Bezirken
o Das Wiener Gesundheitsförderungsprogramm: Neuansatz auf der
Basis von "Integrati
(Schluss) gb

Rückfragen & Kontakt:

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Gaby Berauschek
Tel.: 4000/81 414
gab@gsv.magwien.gv.at

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