Großmann: NEIN zu EU-Plänen zur Aufweichung des Arbeitszeitrechtes

Wo bleibt der Protest österreichischer Gewerkschafter?

Klagenfurt, 2004-05-19 (fpd) "Die EU-Kommission begeht mit der geplanten Aufweichung der europäischen Arbeitszeitrichtlinien einen massiven Anschlag auf den Schutz der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Nach der Ignoranz der Bevölkerungsinteressen in Sachen Transit und Gentechnik ist das die nächste Entscheidung, die die Brüssler Bürokraten über die Köpfe der Bevölkerung hinweg durchpeitschen möchten", warnte Franz Großmann. Die Aufweichung wäre ein Schritt in Richtung Sozialabbau. Denn die Mehrzahl der Arbeitnehmer würde ohne jeglichen Schutz kollektivvertraglicher Regelungen dastehen und könnte zu Arbeitszeiten von bis zu weit über 50 Wochenstunden gezwungen werden. Grossmann: "Ein unhaltbarer Zustand. Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmerinteressen am Altar des Neoliberalismus geopfert werden. Es kann nicht sein, dass Unternehmer profitieren und Arbeitnehmer schutzlos auf der Strecke bleiben."

Konkret soll die bereits jetzt bestehende "opting-out"-Möglichkeit, wonach Arbeitnehmer freiwillig auf den bestehenden Schutz der 48-Stunden-Obergrenze verzichten können, generell eingeführt werden. Missbrauch wäre so Tür und Tor geöffnet. Denn jeder, der mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehe, wisse, wie es im Alltag um diese "Freiwilligkeit" bestellt sei, meinte Großmann.

Besonders hart kritisierte Großmann die österreichischen Gewerkschafter, die in dieser Causa schweigen: "Es kann nicht angehen, dass bei Sozialabbau in großem Stil zugeschaut und geschwiegen wird, während man sich bei bürokratischen Kleinigkeiten permanent zu Wort melde und oft Haarspalterei betreibe. "Ich erwarte mir hier nicht nur einen bis nach Brüssel hörbaren Protest sondern darüber hinaus konkrete Maßnahmen all derer, die von sich bei jeder Gelegenheit behaupten, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten", schloss Großmann.

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