Jugendliche schreiben gegen das Vergessen

Heinz Fischer präsentiert Buch mit Schülertexten über das KZ Mauthausen

Wien (ÖGB) - "Die Texte der Jugendlichen belegen ein beträchtliches Interesse, sich mit dem nationalsozialistischen Terror auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen", sagte der designierte Bundespräsident der Republik Österreich, Dr. Heinz Fischer, bei der Präsentation des Buches "Jugendliche schreiben gegen das Vergessen" heute in der Säulenhalle des Parlaments. Die Anthologie versammelt Texte von SchülerInnen, die diese nach dem Besuch des Konztentrationslagers Mauthausen verfasst haben. "Ein eindrucksvoller Beitrag, dass die Worte 'niemals vergessen' weitergegeben werden und lebendig bleiben", sagte Fischer.++++

Bevor einige der AutorInnen aus ihren Beiträgen zum Buch lasen, sprach Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich, von der Wichtigkeit der Besuche in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen:
"Viele Jugendliche haben schon ein ablehnendes Bild gegenüber dem nationalsozialistischen Terrorregime. Bei anderen Jugendlichen wird aber erst durch den Besuch des Konzentrationslagers etwas in Gang gebracht."

Mernyi zitierte einen Schüler, der vor dem Besuch der Gedenkstätte gesagt hatte: "Mein Opa war Sturmführer bei der SS. Ich hoffe, es wird ein schöner Ausflug." Nach dem Besuch schrieb er: "Ich finde, dass die Menschen mal über die Vergangenheit nachdenken soll und auch ich werde darüber nachdenken, welchen Blödsinn ich früher über Hitler geredet habe. Das soll und darf es nie wieder geben!"

Jugendliche schreiben gegen das Vergessen

150 Beiträge von SchülerInnen aus 25 Hauptschulen und Gymnasien in ganz Österreich bilden den Kern dieses Buches, das die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und den Massenmord in den Konzentrationslagern wach halten soll. Das Werk gibt eindrucksvoll wieder, welchen Wert die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch fast 60 Jahre nach dem Ende nationalsozialistischer Herrschaft in Österreich hat. Der Besuch des ehemaligen KZ-Mauthausen hat die angeblich Politik verdrossene Jugend von heute zum Schreiben von eindrucksvollen Textdokumenten bewegt.

Im zweiten Teil des Buches findet sich ein Bericht über die "Jugendbegegnung Mauthausen 2001". 18 TeilnehmerInnen aus acht Nationen haben sich mit den Ereignissen im Konzentrationslager auseinandergesetzt und an der Errichtung
eines Mahnmals für alle Kinder- und Jugendopfer des Nationalsozialismus mitgewirkt. "Ein Denkmal, das anders sein soll als die anderen Denkmale in Mauthausen. Ein Denkmal, das sich nicht auf einen Glauben oder eine Religion beschränkt, sondern aller Kinder und Jugendlichen im KZ gedenkt", erklärte Willi Mernyi.

"Jugendliche schreiben gegen das Vergessen. Texte von Jugendlichen vor und nach dem Besuch des ehemaligen KZ-Mauthausen" ist im Verlag des ÖGB in Wien erschienen und umfasst 144 Seiten (ISBN 3-7035-0979-1). Beim Mauthausen Komitee Österreich (Telefon 01/212 83 33, Fax 1/212 86 59, e-Mail info@mkoe.at) ist es zum Vorzugspreis von 15 Euro (statt 21 Euro) erhältlich. (fk)

Web: http://www.mkoe.at

ÖGB, 19. Mai
2004
Nr. 353

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