Kommerzbanken verlieren gegen starke Genossenschaftsbanken

Brisante Studie beweist: Wenn Genossenschaftsbanken antreten, leiden Kommerzbanken

Wien (OTS) - Anlässlich des Verbandstages der gewerblichen Genossenschaften Österreichs,der am 19.5. in Bad Kleinkirchheim stattfindet, gab Volksbanken-Verbandschef DDr. Hans Hofinger die Erkenntnisse einer brisanten Studie bekannt: "Bei einer Vergrößerung des Marktanteils der Genossenschaftsbanken verlieren Kommerzbanken", freut sich Hofinger angesichts einer aktuellen Studie der britischen PA Consulting Group im Auftrag europäischer Kommerzbanken. Die Studie spricht von einer Zerstörung des Marktes, den die Gemeinschaft der Genossenschaftsbanken herstellt (mutual assured destruction). "Die Studie bringt es insofern auf den Punkt, als sie ausführt, dass Aktienbanken mit ihrem Auftrag zur Maximierung des Shareholder-Values chancenlos gegen Genossenschaftsbanken sind, die durch entsprechend flexible Konditionengestaltung das Wohl ihrer Mitglieder und Kunden im Auge haben", so Hofinger.

Die Studie spricht über wettbewerbsverzerrende Wirkungen von Genossenschaftsbanken auf die Bankwirtschaft. Hofinger dazu: "Diesem Vorwurf müssen wir entschieden begegnen. Für die österreichische Kreditwirtschaft können wir mit Fug und Recht feststellen, dass die Volksbanken auch unter ungünstigen Rahmenbedingungen seit vielen Jahren die ertragsstärkste Bankengruppe bilden." Die Volksbanken als Kreditgenossenschaften würden ihren Förderungsauftrag gegenüber ihren Eigentümern, den Genossenschaftern, ernst nehmen, unterstreicht der Volksbanken-Verbandsanwalt: "Wir investieren
in die regionale Infrastruktur, in die regionale Wirtschaft und in regionale Arbeitsplätze. Wir bauen Mitarbeiter auf, nicht wie Großbanken ab. Als mittelständische Banken-Gruppe sind wir die Garanten einer stabilen,ausgewogenen Wirtschaft." Studien wie diese würden auf europäischer und internationaler Ebene zu Rahmenbedingungen führen, die der mittelständischen Wirtschaft schaden, indem sie internationale Konzernstrukturen fördern, argumentiert Hofinger: "Nach wie vor ist der Mittelstand Garant für eine positive volkswirtschaftliche Entwicklung. Immerhin zahlen wir den Löwenanteil an Steuern und sichern Arbeitsplätze."

Bei den österreichischen Volksbanken sind in 607 Geschäftsstellen nahezu 6.700 Mitarbeiter beschäftigt.

Verbandschef Hofinger begrüßt die Unterstützung aus Brüssel und wettert gegen die geplante "kalte Enteignung der Genossenschafter"

Anlässlich des Verbandstages begrüßte Verbandschef DDr. Hans Hofinger auch die Unterstützung der EU-Kommission für die Genossenschaften. Der Österreichische Genossenschaftsverband (ÖGV) vertritt die Interessen der Volksbanken, aber auch von 100 Waren-, Dienstleistungs- und Produktivgenossenschaften.

Die neueste Mitteilung der EU-Kommission "Über die Förderung von Genossenschaften in Europa" fordert öffentliche Stellen auf, ab 2004 verstärkt auf das Potenzial der Genossenschaft als Rechtsform für Unternehmensgründungen hinzuweisen. "Wir kämpfen seit Jahren für eine verstärkte Berücksichtigung der Genossenschaft bei der Gründungsberatung", so Hofinger, "die EU-Inititative kommt uns dabei entgegen!" Darüber hinaus seien viele Forderungen des Österreichischen Genossenschaftsverbandes in das Konsultationspapier "Genossenschaften in Unternehmen Europa" eingeflossen.

Nach wie vor wettert Hofinger, der die Interessen des gewerblichen Genossenschaftswesens auch in Brüssel vertritt, gegen die geplante "kalte Enteigung der Genossenschafter", die die EU-Kommission im Konsultationspapier vorsieht. "Die für die Verbreitung der Rechtsform kontraproduktive Forderung der Kommission, das Vermögen einer Genossenschaft im Falle der Auflösung u.a. auf Genossenschaftsverbände und nicht auf die Mitglieder zur verteilen, ist nicht nur unverständlich, sondern absolut
abzulehnen", sagt Hofinger. Dem Genossenschaftsmitglied den Liquidationserlös vorzuenthalten, würde jeglichem wirtschaftlichem Verständnis und auch den guten Sitten widersprechen, ist der Verbandsanwalt überzeugt. Ein entsprechendes Schreiben des ÖGV an das Bundesministerium für Justiz ist bereits ergangen.

Die Rechtsform der Genossenschaft ist nach wie vor aktuell. In Europa beschäftigen 300.000 Genossenschaften 4,8 Mio. Mitarbeiter. 140 Mio. EU-Bürger sind Mitglied in einer Genossenschaft.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Genossenschaftsverband ÖGV
DDr. Hans Hofinger
Löwelstraße 14
1013 Wien
Tel. 0664/816 3940

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF0001