NIEMALS WIEDER Fischer präsentiert Buch: "Jugendliche schreiben gegen das Vergessen"

Wien (PK) - Der Zweite Präsident des Nationalrates Heinz Fischer stellte heute Vormittag im Hohen Haus ein im ÖGB-Verlag erschienenes Buch des Titels "Jugendliche schreiben gegen das Vergessen" vor. An der Präsentation nahm ein ebenso zahlreiches
wie prominentes Publikum teil, darunter viele Mandatare wie V-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek oder der stellvertretende Klubobmann der Grünen Karl Öllinger, der ehemalige Bundesminister Franz Hums, die Vertreterin des Nationalfonds Hannah Lessing, Wissenschaftler und vor allem zahlreiche Jugendliche, die an der Umsetzung dieses Projekts beteiligt waren.

Fischer zeigte sich anfangs über die enorme Spannbreite der hier versammelten Generationen erfreut, von jenen, die selbst noch die Zeit des Nationalsozialismus, den Terror der Konzentrationslager erlebt haben, bis zu den Autorinnen und Autoren des
vorzustellenden Werkes. Er würdigte Willi Mernyi als Motor dieses Projekts, der nicht gerastet noch geruht habe, bis dieses Buch
hier heute vorgestellt werden konnte.

Es sei gleichsam das Schönste, was passieren könne, wenn Jugendliche sich selbst mit diesem Thema - und das mittels des geschriebenen Wortes, also in der verbindlichsten Form -auseinandersetzten. Damit wurde diese Arbeit besonders wertvoll.
Sie belege mithin das beträchtliche Interesse und die große Bereitschaft der Jugend, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Damit hätten die Mitwirkenden an diesem Projekt auf eindrucksvolle Weise ihren Beitrag geleistet, so Fischer, dass
die alte Forderung des "Niemals Wieder" nicht nur eine Formel
ist, sondern weitergegeben wird.

Willi Mernyi berichtete vom Hintergrund des Projekts und ging auf seine Genese ein. Besonderes Augenmerk legte er auf das Denkmal,
das im Rahmen dieser Aktion auf dem Gelände der Gedenkstätte errichtet wurde. Dieses soll an die 20.000 Jugendlichen erinnern, die während des NS-Terrors im Konzentrationslager Mauthausen gefangen waren.

Das Mauthausen-Komitee sehe, führte Mernyi weiter aus, die Gedenkstätte als einen Ort des Lernens, und die an diesem Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler hätten dafür einen hervorragenden Grundstein gelegt, wofür ihnen Dank und
Anerkennung gebühre. Abschließend bedankte sich Mernyi auch bei allen anderen, die zur erfolgreichen Abwicklung dieses Projekts ihren Beitrag leisteten.

Im Anschluss an die beiden Reden lasen Schülerinnen und Schüler aus ihren im Buch veröffentlichten Beiträgen.

GEGEN DAS VERGESSEN

Jugendliche schreiben gegen das Vergessen – 150 Beiträge von Schülern aus 25 Hauptschulen und Gymnasien in ganz Österreich bilden den Kern dieses Buches, das die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und den Massenmord in den
Konzentrationslagern wach halten soll.

Das Werk, das unter der Koordination von Andreas Budin entstanden ist, gibt eindrucksvoll wieder, welchen Wert die
Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch fast 60 Jahre nach
dem Ende nationalsozialistischer Herrschaft in Österreich hat.
Der Besuch des ehemaligen KZ-Mauthausen hat die angeblich Politik verdrossene Jugend von heute zum Schreiben von eindrucksvollen Textdokumenten bewegt.

Die Gedichte und Geschichten im Buch sind vor und nach dem Besuch des Konzentrationslagers entstanden. Sie beweisen in dieser Konstellation, dass die Heranwachsenden durch die gezielte Heranführung an die oft fremde Thematik sehr wohl zu einem kritischen Hinterfragen der Vergangenheit im Stande sind.

In einem zweiten Teil des Buches findet sich ein Bericht über die „Jugendbegegnung Mauthausen 2001". Im Rahmen einer Seminarwoche haben sich 18 Teilnehmer aus acht Nationen mit den Ereignissen im Konzentrationslager auseinandergesetzt und an der Errichtung
eines Mahnmals für alle Kinder- und Jugendopfer des Nationalsozialismus mitgewirkt.

Das Buch „Jugendliche schreiben gegen das Vergessen. Texte von Jugendlichen vor und nach dem Besuch des ehemaligen KZ-
Mauthausen" ist im Verlag des ÖGB in Wien erschienen, umfasst 144 Seiten und ist im gut sortierten Buchhandel erhältlich. (Schluss)

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