Johanniter warnen vor Mehrkosten durch Zivildienstverkürzung

Wien (OTS) - Die Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich begrüßt die Arbeit der Bundesheerreformkommission, warnt aber gleichzeitig vor Mehrkosten im Gesundheits- und Sozialwesen im Fall einer Zivildienstverkürzung. Das Sanitätergesetz 2002 gibt den Rettungsorganisationen keinen Spielraum für Einsparungen. Die Ausbildungszeiten sind auch für Zivildiener durch den Gesetzestext exakt vorgegeben. Eine etwaige Verkürzung der Einsatzdauer der Zivildiener könnte somit schon rein rechtlich nicht durch eine - auch gar nicht sinnvolle - Verkürzung des Ausbildungsprogramms erfolgen. Für den Geschäftsführer des Bereichs Wien der Johanniter, Dr. iur. Robert Brandstetter, kann das für die Praxis nur eines bedeuten:
"Künftig werden wir Zivildiener, die fast 3 Monate intensiv für den Dienst ausgebildet wurden, nur mehr 7 Monate effektiv einsetzen können. Das führt zu einem krassen Missverhältnis zwischen Ausbildungszeit und Einsatzzeit. Die beträchtlichen Ausbildungskosten eines Zivildieners zum Rettungssanitäter tragen die gemeinnützigen Rettungsorganisationen ohnehin schon selbst."

Die Johanniter betonen, inhaltlich keinerlei Einwände gegen die Verkürzung von Wehr- und Wehrersatzdienst zu haben. "Festzustellen ist aber, dass die verschärfte Kostensituation im Krankentransport und Rettungsdienst in den letzten Jahren trotz der aufwändigeren Ausbildung nur durch verstärkten Einsatz von Zivildienern und Ehrenamtlichen abgefangen werden konnte. Die sehr schwierig gewordene Finanzierung des Rettungswesens würde durch die Zivildienstverkürzung verschärft. Vor allem in den Ländern ist mit beträchtlichen Mehrkosten zu rechnen. Gerade diese Kostenverschiebung vom Bund an die Länder wird auch bei den bevorstehenden Finanzausgleichsverhandlungen zu diskutieren sein." fügt Dr. Brandstetter hinzu.

In Österreich sind Rettungs- und Krankentransportdienste die Trägereinrichtungen mit der höchsten Zivildienerzahl. Einsatz und Verwendung von Zivildienern liegen in hohem Maße im staatlichen Interesse. Eine Vielzahl von Rettungssanitätern wird jährlich ausgebildet und steht auch in Katastrophenfall zur Verfügung.

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