Sparkassen haben Ende der "Stacheldraht-Aera" in Zentraleuropa optimal genutzt

Wien/Prag (OTS) - Bilanzsumme, Kreditvolumen und Spareinlagen
haben sich seit 1998 mehr als verdoppelt - Sparkassen betreuen bereits 10 Mio. Girokonten - Positive Entwicklung auch in Österreich im 1. Quartal 2004

Die österreichischen Sparkassen haben das Ende der Stacheldraht-Aera in Zentraleuropa optimal genutzt. In nur sechs Jahren haben sich die Bilanzsummen, das Kreditvolumen und die Spareinlagen von Erste Bank und den fünf in Zentraleuropa tätigen Sparkassen mehr als verdoppelt. Das ergab eine Sonderauswertung des Österreichischen Sparkassenverbandes, die bei einem Pressegespräch anlässlich des 47. Sparkassentages in Prag präsentiert wurde. "Märkte mit einem überdurchschnittlichen Wachstumspotential haben für die österreichische Sparkassengruppe eine viel höhere Bedeutung als für andere Bankengruppen. Die vorliegenden Zahlen beweisen sehr eindrucksvoll, dass wir mit unserer Strategie des erweiterten Heimmarktes goldrichtig liegen", freut sich Josef Kassler, Präsident des Österreichischen Sparkassenverbandes über die hervorragende Performance der Sparkassengruppe in Zentraleuropa.

Die Bilanzsumme der in Ungarn, Slowakei, Kroatien und der Tschechischen Republik tätigen Institute der Sparkassengruppe *) kletterte von 13,4 Mrd EUR im Jahr 1998 auf 26,6 Mrd EUR im Jahr 2003 und hat sich damit nahezu verdoppelt. Ähnlich erfolgreich waren die Institute auch bei der Vergabe von Krediten und den Spareinlagen. Lag das Kreditvolumen 1998 noch bei rund 5 Mrd EUR, so konnten Erste Bank und Sparkassen dieses Volumen bis 2003 auf 11,5 Mrd EUR aufdoppeln. Bei den Primärmittel stieg das Volumen von 10,7 Mrd EUR auf 19,5 Mrd EUR im Jahr 2003. Insgesamt betreuen derzeit 21.300 Sparkassen-Mitarbeiter in 1.366 Filialen, Geschäftsstellen und Repräsentanzen rund 10 Mio Girokonten in Zentraleuropa.

Schon früh haben die Sparkassen die enormen wirtschaftlichen Chancen erkannt, die ihnen der Abbau des Stacheldrahtes an den Grenzen ihrer östlichen Nachbarn eröffnet hat. Bereits 1990 unternahmen drei österreichische Sparkassen die ersten Gehversuche in Südtschechien und waren damit der internationalen und österreichischen Konkurrenz um Längen voraus. Im Rahmen der Strategie des "Erweiterten Heimmarktes" haben die Sparkassen mit der Erste Bank an der Spitze dann Schritt für Schritt und Jahr für Jahr den neuen Markt erschlossen. Dabei war die Strategie von Anfang auf die Bedürfnisse der Privatkunden sowie der Klein- und Mittelbetriebe in Zentraleuropa ausgerichtet. "So wie in Österreich haben wir uns auch im neuen Europa jenen Kunden angenommen, um die sich vermeintliche global player nicht mehr kümmern können oder nicht mehr kümmern wollen. Der Erfolg hat uns recht gegeben", stellte Kassler. Auch für die Zukunft ist Kassler optimistisch. "Mit fast 12 Millionen Kunden im neuen Europa haben die Sparkassen die besten Chancen, ihre Rolle als führender Allfinanzdienstleister in Zentraleuropa auszubauen. Wir erwarten, dass der positive Trend noch mehrere Jahre anhalten wird und sehen die künftige Ertragssituation insgesamt sehr positiv, auch wenn sich die Zinsspanne zusehends verengt".

*) Erste Bank, Steiermärkische, Kärntner Sparkasse, Sparkasse Mühlviertel-West, Weinviertler Sparkasse, Waldviertler Sparkasse

In Österreich hat sich die positive Entwicklung im vergangenen Jahr auch im 1. Quartal 2004 weiter fortgesetzt. Die 62 Mitglieder der Sparkassengruppe mit der Erste Bank als Spitzeninstitut konnten die Bilanzsumme gegenüber dem 31.12.2003 um 4,4 % auf 114,6 Mrd EUR erhöhen. Die Primärmittel wuchsen um 2,2 % auf 64,3 Mrd EUR und die Kundenforderungen erhöhten sich um 1,6 % auf 51,3 Mrd EUR.

"Besonders erfreulich ist, dass so wichtige Eckpfeiler für die Wettbewerbsfähigkeit der Sparkassen wie Zinsertrag und Provisionsüberschuss im 1. Quartal 2004 spürbar gewachsen sind", stellte Kassler fest. Der betriebswirtschaftliche Nettozinsertrag stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 % auf 444 Mio EUR und der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 14,3 % auf 164,8 Mio EUR.

Nachhaltig gesunken ist im Vergleich zum 1. Quartal 2003 die Kosten/Ertrags-Relation (CiR) von 67 % auf 64,3 %, während der Return on Equity, (RoE) von 6,1 % auf 7,3 % anstieg. Insgesamt konnten der Betriebsertrag um 4,4 % auf 653,2 Mio EUR gesteigert und dank eines nur minimalen Anstiegs beim Betriebsaufwand (0,2 %) das Betriebsergebnis um 12,9 % auf 233,4 Mio EUR verbessert werden.

Positive Signale von den Börsen haben sich nach der langen Durststrecke endlich auch auf die Stimmung der Kunden übertragen. Während sich die Spareinlagen mit einem leichten Plus von 0,2 % auf einem Niveau von 26,9 Mrd EUR einpendelten, hat die Kreditnachfrage der privaten Haus-halte im 1. Quartal 2004 wieder angezogen (+1,8 % auf 12,8 Mrd EUR). Ein Plus gab es auch bei den Verbrieften Verbindlichkeiten wie z.B. Kassenobligationen (+2,4 % auf 22,7 Mrd EUR). Bemerkenswert ist die Steigerung bei Termineinlagen in der Höhe von 18,3 %, die in erster Linie auf die Nachfrage ausländischer Kunden zurückzuführen ist.

Für das gesamte Jahr 2004 ist Kassler recht positiv gestimmt. "So wie es derzeit aussieht, können wir sowohl beim Jahresüberschuss als auch beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) gegen Jahresende mit hohen Steigerungsraten rechnen", sagte Kassler.

Mit dem 47. Sparkassentag, der heuer vom 17. bis 19. Mai in Prag und damit erstmals nicht in Österreich stattfindet, kehren die Sparkassen wieder an ihre Wurzeln zurück. Denn die wichtigste Tagung der Sparkassen wurde zum ersten Mal am 1. Juni 1906 in Reichenberg, dem heutigen Liberec, 100 km nordöstlich von Prag, abgehalten. Heute, fast hundert Jahre später, steht der Sparkassentag ganz im Zeichen der EU-Erweiterung. Unter dem Motto "Die Sparkassen im Neuen Europa" diskutieren rund 300 Topmanager aus 62 österreichischen Sparkassen und ihren Tochterunternehmen aus der Slowakei, Kroatien, Ungarn und der Tschechischen Republik mit internationalen Experten über die wichtigsten bankpolitischen Entwicklungen, Trends und Chancen in Zentraleuropa. Im Mittelpunkt der Tagung stehen u.a. Fragen zur strategischen Positionierung und Zukunft der Sparkassengruppe im erweiterten Heimmarkt, zur Markenpolitik, zur gesellschaftlichen Verantwortung, der Sparkassen sowie zur Rolle der Ethik im modernen Management.

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