AKS: Wer nicht hören will muss fühlen? Verhaltensvereinbarungen abschaffen!

Wien (SK) Die Aktion kritischer SchülerInnen zieht eine katastrophale Bilanz über die Verhaltensvereinbarungen und spricht sich für deren Abschaffung aus. "Razzien, Nachsitzen, absurde Strafen und die völlige Entmündigung von SchülerInnen sind die Bilanz von knapp drei Jahren Erziehungsmittel", fasste AKS-Bundesvorsitzende Kathi Kreissl die Auswirkungen der sogenannten Verhaltensvereinbarungen zusammen. "Der Erziehungsmittel-Paragraph öffnet Willkür Tür und Tor - die Landesschulräte sind mit der Kontrolle der Hausordnungen völlig überfordert." Absurde Bestimmungen und mittelalterliche Strafen ohne jeglichen pädagogischen Anspruch wurden in den letzten drei Jahren der Weg geebnet. ****

An einer niederösterreichischen Hauptschule haben SchülerInnen dreimal vom Keller in das oberste Stockwerk zu laufen, wenn sie mit Straßenschuhen erwischt werden. "Auch die Razzia am Borg Güssing im Dezember 2001 wurde mit den Erziehungsmitteln gerechtfertigt", erklärte Kreissl.

Die Aktion kritischer SchülerInnen spricht sich für die völlige Abschaffung der Erziehungsmittel aus und schlägt den Klassenrat als Koordinationsgremium zwischen LehrerInnen und SchülerInnen vor. "Einmal pro Semester besprechen die SchülerInnen einer Klasse mit der jeweiligen Lehrperson Unterrichtsmethoden, Schwerpunkte im Lehrplan und Verhaltensregeln", führte die Bundesvorsitzende den Klassenrat aus. "Für autoritäre Bestimmungen ist hier kein Platz."

Dass die Verhaltensvereinbarungen von der ÖVP so forciert werden, ist für Kreissl keine große Überraschung: "SchülerInnen haben sich anzupassen - und sind sie nicht willig, dann eben mit Gewalt." "Schule als Raum für Persönlichkeitsentwicklung und freie Entfaltung steht im Widerspruch zu einem reaktionären Bildungsverständnis. Für uns bedeutet Bildung Befreiung, nicht Einschränkung", schloss Kreissl. (Schluss) ns/mm

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Nähere Informationen zu den Verhaltensvereinbarungen auf Anfrage

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