Mitterlehner: Bisherige freiwillig vereinbarte Teilzeitmodelle haben sich bestens bewährt

WKÖ-General kritisiert Forderungen nach Recht auf Teilzeit in allen Betrieben und nach einem von der Wirtschaft zu bezahlenden Vaterschutzmonat: Das gefährdet Arbeitsplätze

Wien (PWK 355) - "Die Wirtschaft unterstützt grundsätzlich das Bestreben, neue Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Die Wirtschaft hätte aber statt einem rechtlichen Anspruch auf Teilzeit für Eltern den Ausbau von freiwilligen Anreizmodellen bevorzugt." Reinhold Mitterlehner, stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, weist im Vorfeld der parlamentarischen Beratungen über das Recht auf Teilzeit für Eltern darauf hin, "dass alle Statistiken zeigen, dass sich die Freiwilligkeit der Vereinbarung von Teilzeitarbeit in Österreich bisher bestens bewährt hat - für Arbeitgeber und für die Sicherung der Arbeitsplätze." Im EU-Vergleich liegt Österreich mit einer Teilzeitquote von 17,6 Prozent vor Frankreich, Finnland und Italien. Insgesamt ist die Teilzeitquote seit 1995 um rund 25 Prozent gestiegen. Real ist die Teilzeitbeschäftigung von 170.000 im Jahr 1974 auf zuletzt rund 700.000 gestiegen. Mitterlehner: "Das sind eindrucksvolle Zahlen, die beweisen, dass die Betriebe schon bisher auf freiwilliger Basis massiv Teilzeitarbeitsplätze anbieten. Ein freiwilliges Anreizsystem würde ihre Motivation weiter steigern - ein Rechtsanspruch per Gesetz führt dagegen zu Demotivation und ist nur die zweitbeste Lösung."

Mitterlehner verweist auch darauf, dass Deutschland negative Erfahrungen mit dem Recht auf Teilzeit gemacht habe: 12 Prozent der deutschen Betriebe scheuen eine Neuanstellung von Bewerbern, bei denen sie spätere Teilzeitwünsche befürchten.

In Richtung Arbeiterkammer beharrt Mitterlehner darauf, dass es einen Rechtsanspruch auf Teilzeit nur in Betrieben mit über 20 Mitarbeitern geben dürfe: "Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern ist das nicht zumutbar. Sie haben nicht die organisatorischen Möglichkeiten, in der Personalplanung und im Personaleinsatz Teilzeitarbeit mit Rechtsanspruch einzuführen, ohne die Arbeitsabläufe zu gefährden. Wer Recht auf Teilzeit für alle Betriebe fordert, gefährdet in Wahrheit Arbeitsplätze." Zufrieden äußert sich Mitterlehner, dass im parlamentarischen Familienausschuss der von der AK unterstützte Antrag auf einen Vaterschutzmonat bei vollem Lohnausgleich keine Zustimmung erhalten wird. Bei geschätzten Kosten von rund 100 Millionen Euro pro Jahr, welche die Betriebe zu tragen hätten, fordert Mitterlehner von AK-Präsident Tumpel "konstruktive Vorschläge zur Absicherung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich statt ständig neuer Belastungen der heimischen Betriebe. Auch Präsident Tumpel sollte wissen: Der AK-Wahlkampf ist vorbei." (Rh)

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