WKÖ verstärkt Netzwerk für Jungunternehmer

Gemeinsame Aktion mit Notariatskammer - Neufög-Erweiterung für Herbst angekündigt

Wien (PWK354) - Heute Dienstag, präsentierten der Präsident der Notariatskammer, Klaus Woschnak, und der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, eine gemeinsame Aktion der beiden Kammern zugunsten von Jungunternehmern: Neugründer erhalten vorerst befristet bis 31.12.2004 zusätzlich zur ersten kostenlosen Rechtsauskunft ein zweites unentgeltliches Beratungsgespräch. Darüber hinaus wird in diesem Zeitraum für die Errichtung eines Gesellschaftsvertrages und eine Eintragung im Firmenbuch eine Tarifermäßigung von 50 Prozent gewährt. In Summe bedeute das für Unternehmensneugründer eine Ersparnis von 1.000 Euro, wenn man von einem durchschnittlichen Startkapital für die Unternehmensgründung von 35.000 Euro ausgehe.

Gleichzeitig kündigte der WKÖ-Präsident eine Initiative für eine Erweiterung des Neugründungsförderungsgesetzes (Neufög) für Herbst 2004 an: "Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen können wir nicht ändern, wir können aber unsere eigenen ändern, um das hohe Niveau der Neugründungen von Betrieben auch in Zukunft halten zu können". So sollen folgende Punkte in das Neufög aufgenommen werden: Mit der Einführung eines Beteiligungsfreibetrages - ähnlich dem Modell der Mitarbeiterbeteiligung - sollen Kapitalgeber Geld als stille Gesellschafter in heimische Betriebe investieren und ihre Einlage über 10 Jahre steuerlich absetzen können. Diese "Gründungsbeteiligung" würde problemlos in die bestehende Rechts- und Steuerlandschaft (Mitarbeiterbeteiligung) hineinpassen. Darüber hinaus sei dies ein gelungenes Beispiel, um die Österreicher, die Beteiligungsmuffel seien, zu motivieren, gerade für KMU etwas zu tun.

Weiterer Punkt auf der Forderungsliste: Die - von Finanzminister Karlheinz Grasser bereits versprochene - Abschaffung der Mindest-KÖSt für Gründer. GmbH-Gründungen würden in der Regel in den ersten Jahren ihres Bestehens kaum Gewinne abwerfen. Auch bestimmte Bagatellesteuern wie die Kreditvertragsgebühr sollen für Betriebsgründer abgeschafft werden. Jungunternehmer seien dadurch zu Beginn ihrer Tätigkeit bereits mit Fixkosten konfrontiert, die sie noch nicht einmal verdient hätten.

Dritter Punkt: Bei Betriebsübergaben müsse die 5-Jahres-Frist fallen, innerhalb der stille Reserven bei einer Übergabe versteuert werden müssen. Leitl: "Dann würde es z.B. in den Städten auch weniger leer stehende Geschäfte und Betriebsniederlassungen geben."

Woschnak betonte, die Forderungen nach einer Abschaffung der Mindest-KÖSt und von belastenden Gebühren vehement zu unterstützen. Als Beispiel führte der Präsident der Notariatskammer die Kreditgebühr von 0,8 Prozent an, "die jedem Jungunternehmer weh tut". Zur Diskussion müsse auch die Abschaffung der Vergleichsgebühr stehen, die 1 Prozent des Vergleichsbetrages ausmache. Gerade Jungunternehmer, die etwa bei Problemen mit Lieferverträgen auf einen Vergleich mit dem jeweiligen Lieferanten zurückgriffen, wären dabei mit einer "Rechtsbehinderungen, die der Staat betreibt", konfrontiert.

Zur Entwicklung des Gründerzahlen in Österreich merkte Leitl an, dass die im Vorjahr erreichten 30.300 Neugründungen brutto und 28.200 Neugründungen netto nun auf hohem Niveau stabilisiert werden sollten. Österreich liege im Vergleich mit Deutschland sehr gut: Während der große Nachbar im Vergleich 2001/2002 ein Minus von 0,1 Prozent bei den Selbständigen hinnehmen musste, konnte Österreich ein Plus von 2 Prozent verzeichnen. In den vergangenen 10 Jahren habe es bei den Selbständigen eine stete Entwicklung nach oben gegeben: von 1993 mit 7,1 Prozent auf 2003 mit 8 Prozent. Über 90 Prozent der Gründer würden sich dabei aus reinem unternehmerischen Willen für die Selbständigkeit entscheiden. Lediglich 5,6 Prozent gaben in einer Umfrage der Jungen Wirtschaft unter rund 1.000 Neugründern an, definitiv in die Selbständigkeit gedrängt worden zu sein. Auch das Gründer-Service sei einer näheren Betrachtung unterzogen worden. Das Ergebnis: Der Zufriedenheitsgrad mit den angebotenen Beratungen und Dienstleistungen ist mit 81,2 Prozent sehr hoch. Besser werden müsse man aber bei der spezifischen Beratung der Jungunternehmer, die besonders nachgefragt werde. Das Gründer-Service, kündigte Leitl an, werde darauf mit Beratungsmodulen reagieren. Und für den Bereich Unternehmenskonzept stellen die Gründerservices der WKO das Online-Businessplan-Modul Plan4You Easy zur Verfügung. Zusätzlich werden Unternehmens-Konzeptberatungen als Vorbereitung für Banken-und Fördergespräche angeboten. (us)

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