PRÖLL: EU-RICHTLINIE BRINGT BESSEREN LÄRMSCHUTZ

EU-Umgebungslärmrichtlinie heute im Ministerrat behandelt - Umsetzung noch heuer

Wien (OTS) - "Durch die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie wird der Schutz vor belastendem Umgebungslärm in Österreich weiter verbessert. Kerninhalt dieses gemeinsamen europäischen Konzeptes zur Verringerung der Auswirkungen von Umgebungslärm ist die Einführung von Lärmkarten, welche die Grundlage für lokale Aktionspläne darstellen werden sowie zwei Lärmindizes, die in sämtlichen Mitgliedstaaten verwendet werden sollen. Neu für Österreich ist die Bewertung der Lärmbelästigung mit einem Tag-Abend-Nacht-Summenpegel und damit die Einführung eines 'Abendzeitraumes' bei der Lärmbewertung", so Umweltminister Josef Pröll, der dem Ministerrat heute, Dienstag, gemeinsam mit Vizekanzler Hubert Gorbach einen Fortschrittsbericht zur Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie vorlegte.****

Rund 60% der österreichischen Bevölkerung leben in Zonen, die vom Straßenverkehr stärker als 55 Dezibel am Tag und 45 Dezibel in der Nacht belastet werden. Sie liegen damit über den Werten der WHO-Empfehlung für vorbeugenden Gesundheitsschutz. Die neue EU-Umgebungslärmrichtlinie empfiehlt einen um 5 Dezibel erhöhten Schutzanspruch von 19.00 bis 23.00 Uhr. Die Richtlinie räumt den Mitgliedsstaaten allerdings einen Spielraum bei der Festlegung der Zeitabschnitte für Tag, Abend und Nacht ein, den Österreich nutzen will. "Wir werden den erhöhten Schutzanspruch von 10 Dezibel für die Nacht für den Zeitraum von 22.00 bis 6.00 Uhr beibehalten", betonte Umweltminister Pröll.

"Lärm ist eine vom Menschen unmittelbar wahrgenommene Umwelteinwirkung. Das Ziel einer Verringerung der Lärmbelastung der österreichischen Bevölkerung, um die Gesundheit für alle Bevölkerungsschichten zu sichern und die Lebensqualität zu steigern, zählt auch zu den Grundprinzipien der Österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie", so Pröll. Laut Mikrozensus 1998 fühlen sich 28 % der Österreicherinnen und Österreicher von Lärm gestört. Von diesen 28 % nennen rund 80 % den Verkehrslärm als Hauptursache.

Die objektive Erfassung der Lärmbelastung in Österreich war in der Vergangenheit nicht einheitlich geregelt. Im Jahre 2002 wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes auf Basis vorhandener Daten eine Abschätzung der Lärmbelastung durch Straßen-, Schienen- und Flugverkehr für das ganze Bundesgebiet vorgenommen. In den letzten Jahren sind daher zur Eindämmung des Verkehrslärms sehr viele Anstrengungen unternommen worden. Die deutliche Abnahme der von Betroffenen angegebenen Störung durch Lärm - sie ist seit 1970 auf die Hälfte gesunken - ist in erster Linie auf die für die verschiedenen Lärmquellen eingesetzten Lärmminderungsmaßnahmen und Schutzmaßnahmen zurückzuführen.

Die Aufwendungen für Lärmschutzmaßnahmen an Bundesstraßen und Schienenwegen haben dafür in den letzten Jahren stark zugenommen. Für Lärmschutz an Bundesstraßen wurden in den letzten Jahren zunehmend steigende Mittel aufgewendet die Notwendigkeit hierzu ergab sich nicht zuletzt aufgrund der Herabsetzung des angestrebten maximalen Immissionsgrenzwertes von 65/55 Dezibel auf 60/50 Dezibel (Tag/Nacht) durch die Änderung der Dienstanweisung für Lärmschutz an Bundesstraßen im Jahr 1999.

Im Jahr 2000 wurden für das Bundesstraßennetz insgesamt rund 11,4 Millionen Euro für 'aktiven' Lärmschutz, vorwiegend in Form von Lärmschutzwänden, aufgewendet. Die Kosten für 'passiven' Lärmschutz (z.B. Lärmschutzfenster) lagen im gleichen Jahr mit rund 2,8 Millionen Euro um einen Faktor Vier darunter. Die geplanten Aufwendungen werden in den nächsten Jahren vor allem durch die Umweltsanierung der A10 (Tauernautobahn) ansteigen. Mit Erstellung des Schienenlärmkatasters im Jahr 1993 konnte ein gezielter Plan zur Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen entlang der bestehenden Schieneninfrastruktur aufgestellt werden. Im Zeitraum vom Projektstart bis September 2003 konnten bereits für rund 139.000 der laut Kataster betroffenen ca. 312.000 Einwohner Lärm mindernde Maßnahmen realisiert werden.

"Die Sanierung des gesamten Straßen- und Schienennetzes wird noch über einen längeren Zeitraum andauern und die Anstrengungen im Verkehrslärmschutz sind jedenfalls auch in den nächsten Jahren weiter zu verstärken", betonte Pröll abschließend.

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