BESUCH DES UN-VIZEGENERALSEKRETÄRS JAN EGELAND 2 Mill. € humanitäre Soforthilfe spart 5 Mill. € für Peace-Keeping

Wien (PK) - Der Vizegeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten und Notfallhilfe, Jan Egeland, besuchte heute Vormittag das Parlament und traf mit den Abgeordneten Karin Hakl (V), Ulrike Lunacek (G) und Eduard Mainoni (F) zu einem Gespräch über die aktuellen Schwierigkeiten der internationalen Notfallhilfe zusammen. Egeland bereist derzeit mehrere Staaten, um sie über Ressourcenprobleme der Vereinten Nationen im Bereich humanitärer Hilfe und Notfallhilfe zu informieren. Der höchste UN-Verantwortliche für Katastrophenhilfe machte darauf aufmerksam, dass die Vereinten Nationen derzeit in den Krisenregionen vor enormen finanziellen, diplomatischen und logistischen Herausforderungen stehen. An der Spitze der Problemliste steht die Region Darfour im westlichen Sudan, wo einer Million Menschen der Hungertod droht, wenn nicht in den nächsten Wochen ausreichende Hilfe geleistet wird.

Auf Fragen seiner österreichischen Gesprächspartner eingehend listete Jan Egeland insgesamt 24 Länder auf, 20 davon in Afrika, die sich in einer "sehr schlechten Situation" befinden. Egeland warnte davor, die vielen Orte des Elends und der Not in der Welt zu übersehen, und wies beispielhaft auf Kolumbien hin, wo junge Menschen unter den 2 Millionen Flüchtlingen und Obdachlosen Gefahr laufen, radikalisiert zu werden oder in die Drogenkriminalität abzugleiten. Hilfe für diese Menschen sei nicht nur eine moralische Frage, sondern eine Frage des Eigeninteresses der westeuropäischen Länder. Um die Bedeutung der Soforthilfe zu unterstreichen, sagte Jan Egeland "Wenn wir heute zwei Millionen € für Soforthilfe bereitstellen, sparen wir morgen 5 Millionen € für Peace-Keeping".

Im Zusammenhang mit den aktuellen Finanzierungsproblemen bei der Notfallhilfe der Vereinten Nationen ersuchte Jan Egeland die österreichischen Abgeordneten, sich dafür einzusetzen, die Budgetmittel für internationale Soforthilfemaßnahmen aufzustocken. Die österreichischen Abgeordneten unterstrichen das Ziel, das österreichische Entwicklungshilfebudget auf 0,7 % des BIP anzuheben. Abgeordneter Mainoni bezeichnete es als einen interessanten Ansatz, die bereits eingeplanten zusätzlichen Mittel speziell für Soforthilfemaßnahmen bereitzustellen. (Schluss)

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