GLOBAL 2000 zu drohender Bt-Genmais-Zulassung: katastrophal fahrlässiger Schritt der EU-Kommission

Wissenschaftliche Risikobewertung für Langzeitwirkungen fehlt gänzlich - Österreich muss den Vorstoß Dänemarks untestützen und Kommissions-Entscheidung beeinspruchen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 verurteilt
die für morgen, Mittwoch 19. Mai, angekündigte Zulassung des Bt11-Genmaises der Firma Syngenta seitens der EU-Kommission. "Das seit 1998 bestehende Gentech-Moratorium jetzt mit der Zulassung von Bt11-Genmais zu brechen, ist ein katastrophal fahrlässiger Schritt der EU-Kommission. Der Bt 11-Antrag ist mehrfach mangelhaft. Die Gutachten, auf die sich die EU-Kommission beruft, sind wissenschaftlich nicht haltbar", kritisiert Werner Müller, Risikoforscher und Gentech-Experte von GLOBAL 2000. "Die Risikobewertung ist katastrophal. Tests, die chronische Effekte wie Krebs oder die Schwächung des Immunsystems ausschließen, fehlen gänzlich. Für Bt11-Genmais wurden nur Kurzzeituntersuchungen (akute Toxizitätstests) durchgeführt. Mit diesen Untersuchungen allein lässt sich das Risiko wissenschaftlich nicht korrekt beurteilen. Diese 'Risikobewertung' entspricht dem Stand des Jahres 1930." Mit den hier angewendeten Methoden könnte man heute noch beweisen, dass DDT und andere mittlerweile verbotene Pestizide (zB Vinclozolin) sicher sind. Darüber hinaus beruhen die Tests, die die Unbedenklichkeit des Gen-Mais bezüglich Allergien nachweisen sollten, auf völlig veralteten Modellen. Zum Beispiel wird immer nur das aus Bakterien isolierte Protein getestet. Wirkungen des Proteins aus der ganzen Gen-Pflanze sind aber nicht mit der Wirkung des Proteins aus dem Bakterium vergleichbar. Wie bereits Erfahrungen aus dem Bereich der Herstellung des Gentech-Medikaments Eprex zeigen, kann dieser kleine aber feine Unterschied drastische gesundheitliche Risiken in sich bergen. "Sehenden Auges und trotz zahlreicher Warnungen von Wissenschaftlern beginnt die EU-Kommission nun wieder das fatale Spiel Versuch und Irrtum auf Kosten der menschlichen Gesundheit", so Müller. Nach der neuen Food Feed-Verordnung dürfen GVO jedoch nur zugelassen werden, wenn eine "den höchstmöglichen Anforderungen standhaltende wissenschaftliche Bewertung aller damit verbundenen Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier durchgeführt wurde". Die Zulassung widerspricht auch den gesetzlichen Vorgaben: In der EU-Verordnung 178/2002 zur Lebensmittelsicherheit, wird klar festgeschrieben, dass auch Langzeit Untersuchungen und Untersuchungen auf mögliche Schäden für zukünftige Generationen durchzuführen sind.
"Ein wichtiger Schritt ist jetzt, dass Österreich dem Beispiel Dänemarks folgt und den Alleingang der Kommission gemäß der EU-Erklärung 1999/C 203/01 beeinsprucht", so Müller. Denn in diesem Artikel wird klar festgelegt, dass die Kommission in heiklen Angelegenheiten nicht gegen den Willen der Mitgliedsstaaten agieren wird. Bei BT11 gab es weder die erforderliche qualifizierte Mehrheit (zweitdrittel Mehrheit) noch eine einfache Mehrheit."Darüber hinaus muss Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ein sofortiges Importverbot für Bt11-Genmais erlassen", fordert Müller.

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