FP-Wagner: Neue „Generationen“-Wohnmodelle als Ausweg aus dem Pflegeskandal

Breites Lösungsspektrum zur Beseitigung von Missständen im Wiener Pflegebereich

Wien, 18-05-2004 (fpd) „Die in der Untersuchungskommission zum Wiener Pflegeskandal aufgedeckten Missstände verlangen ein breites Lösungsspektrum, das nicht alleine auf den Gesundheitsbereich beschränkt bleiben darf“, berichtet der stellvertretend Vorsitzende des Wohnbauausschusses, Gemeinderat Josef Wagner (FPÖ). Die Freiheitlichen werden daher im Rahmen ihres Dringlichen Antrages in der Sitzung des Gemeinderates am 19. Mai einen Beschlussantrag einbringen, der altengerechte und menschenwürdige Alternativen zur Frage „Pflegeheim oder nicht“ aufzeigt.

In der Bundeshauptstadt leben 250.000 über 65-jährige Menschen, das sind 16 Prozent aller Wienerinnen und Wiener. Ein höheres Lebensalter ist gleichzeitig Risikofaktor für Arteriosklerose, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Diabetes und Übergewicht. „Wien hat aber noch andere Probleme“, sagt Wagner: Eine sechs Jahre geringere Lebenserwartung für Menschen der niedrigsten Einkommens- und Bildungsschicht. Armut macht krank – sechs Jahre geringere Lebenserwartung. Diese Daten liegen weit über dem österreichischen Durchschnitt. Geringeres Einkommen und niedriges Bildungsniveau sind Barrieren für gute Gesundheit und den Zugang zu Gesundheitsleistungen.

Pflegemilliarde soll auch im Wohnbaubereich zum Einsatz kommen

Die zunehmende Überalterung der Bevölkerung erfordert rasche Maßnahmen, die einen Verbleib von alten oder gebrechlichen Personen im Familienverband, in der Nähe ihrer Kinder oder Verwandten und in dem ihnen vertrauten Umfeld fördern und ermöglichen. „Neue Wohnmodelle sollen dem Wunsch vieler Familien Rechnung tragen, dass Jung und Alt – wenn schon nicht in einer gemeinsamen Wohnung oder im selben Haus - möglichst in der Nähe wohnen und sich so gegenseitig schneller und leichter unterstützen können“, so Wagner. Wohnbaustadtrat Werner Faymann soll im Rahmen der von den Freiheitlichen geforderten und zuletzt auch vom Wiener Bürgermeister versprochenen Pflegemilliarde neue Modelle und Maßnahmen im Wohnbaubereich ausarbeiten zu lassen.

Konkrete Vorschläge für ein Generationen übergreifendes Wohnen

Gemeinderat Wagner zeigt recht interessante und konstruktive Vorschläge auf: Mit den von der Stadt Wien gehorteten Wohnbauförderungsmillionen sollen neue Wohnformen wie „Mehrgenerationenwohnen“, „Betreutes Wohnen“ und „Gemeinschaftswohnen“ geschaffen werden. Bauprojekte für „barrierefreies und altengerechtes Wohnen“ müssen bei der Vergabe von Förderungen bevorzugt werden. Zuschüsse zu Umbauten und Adaptierungen, die für alten- und behindertengerechtes Wohnen notwendig sind - wie z.B. schwellenfreie Durchgänge, breitere Türrahmen, altengerechte Dusche – sollen nicht mehr an ein Mindestalter gebunden sein.

Weniger Bürokratie und neue Anreize fordert Wagner beim Tausch, bei Übersiedlungen und Wohnungszusammenlegungen, die den Erhalt des Familienverbandes oder ein Zusammenführen von junger und älterer Generation innerhalb der Familie zum Ziel haben. Auch bei der Vergabe von frei werdenden Wohnungen soll das Generationenwohnen stärker berücksichtigt werden. Bewusstseinsbildung und Anreize für ein Zusammenleben von Generationen „unter einem Dach“ seien wichtig, weiß Wagner, „damit weniger Personen – und wenn nicht mehr vermeidbar erst zu einem späten Zeitpunkt – ein Seniorenheim oder einen Pflegeplatz beanspruchen müssen“. (Schluss)

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