Kuntzl zu Elternteilzeit: Wirtschaft entlarvt große Worte von ÖVP und FPÖ als leere Hülsen

Wien (SK) Von einem großen Schritt in der Familienpolitik -
wie das die Familiensprecherinnen von ÖVP und FPÖ heute angekündigt haben - könne bei der Elternteilzeit-Regelung keine Rede sein, erklärte am Dienstag SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Vielmehr handelt es sich um eine Maßnahme, die nicht einmal einem Drittel der Eltern zugute kommt - und selbst da prophezeit die Wirtschaft totes Recht", kritisierte Kuntzl, die auf das heutige Standard-Interview mit dem Wirtschaftskammerpräsidenten verweist. "Die großen Worte von Steibl und Bleckmann entlarven sich vor diesem Hintergrund als leere Worthülsen. Wenn die Wirtschaftsvertreter nicht hinter dem Gesetz stehen, haben die Arbeitgeber, die diese Regelung nicht haben wollen, genügend Rückenwind, um aus der Regelung zur Elternteilzeit nichts weiter als bedrucktes Papier zu machen", ist Kuntzl überzeugt, denn: "Wer will sich's schon mit seinem Arbeitgeber verscherzen und den sogenannten Rechtsanspruch einklagen?" Die SPÖ fordert den Anspruch auf Elternteilzeit unabhängig von Betriebsgröße und Dauer der Betriebszugehörigkeit. ****

Für Kuntzl handelt es sich bei der Elternteilzeitregelung ohnehin um eine Rumpfregelung, da rund 48 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer in Betrieben mit weniger als zwanzig Mitarbeitern beschäftigt sind. "Und selbst da muss der Arbeitnehmer bei einem Filialbetrieb erst darum streiten, dass es sich um einen Betrieb mit mehr als zwanzig Mitarbeitern handelt", betonte Kuntzl.

Die beschäftigungspolitische Realität besagt, dass 35 Prozent der Frauen in Betrieben mit bis zu zwanzig ArbeitnehmerInnen einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. "Das zeigt, dass die Beschränkung auf Betriebe mit mehr als zwanzig Mitarbeitern nicht nur willkürlich ist und den meisten Eltern nicht zugute kommt, sondern auch bloß an die Adresse derjenigen Arbeitgeber gerichtet ist, die partout keine Teilzeitregelung wollen; denn die Tatsache, dass die Teilzeitquoten von Frauen um so höher sind, je kleiner der Betrieb ist, zeigt, dass es geht, wenn man will", ist Kuntzl überzeugt.

Auch die Anspruchsvoraussetzung der mehr als dreijährigen Betriebszugehörigkeit lehnt Kuntzl ab. "Die Beschäftigungsverhältnisse von rund 27 Prozent der Männer und rund 33 Prozent der Frauen dauern kürzer als 36 Monate und die Dauer der Betriebszugehörigkeit wird in den kommenden Jahren weiter abnehmen", erläuterte Kuntzl die Realitäten am Arbeitsmarkt. "Gerade ArbeitnehmerInnen in der Familiengründungsphase sind häufig erst in ihren ersten Arbeitsjahren im betreffenden Unternehmen, mit der Teilzeitregelung der Regierung kommen diese gar nicht zum Zug", so Kuntzl, für die das Gesetz abschließend als "mehr als enttäuschend" zu bezeichnen ist. (Schluss) up

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