Österreichs Zementindustrie 2003 - Erholung setzt sich fort

Beeinträchtigung der künftigen Entwicklung durch Emissionshandel

Wien (OTS) - Die österreichische Zementindustrie konnte 2003 bei steigendem Absatz ein zufrieden stellendes Ergebnis verzeichnen. Die knapp zehnprozentige Steigerung der österreichischen Bauleistung wirkte sich im Zementverbrauch mit einem Umsatzwachstum von fünf Prozent bei stabilem Zementversand aus. Für 2004 wird eine kontinuierliche Fortsetzung dieser Entwicklung erwartet. Eine wesentliche Rolle in diesem Umfeld spielen die Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, erwartet der Vorsitzende des Vorstands der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), Mag. Peter Orisich.

Der Zementversand der neun österreichischen Werke ist im Jahr 2003 gegenüber 2002 mit 3,9 Millionen Tonnen weitgehend stabil geblieben. Ausgeglichen entwickelte sich der Inlandsversand bei rund 3,8 Millionen Tonnen. Der Export legte um 26 Prozent zu und betrug 132.000 Tonnen. Im Jahr 2003 war ein geringfügiges Nachlassen der Importe um vier Prozent auf 750.000 Tonnen zu verzeichnen. Insgesamt wurde ein Marktvolumen von 4,6 Millionen Tonnen bedient, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von 575 Kilogramm Zement entspricht. Mit einem leichten Umsatzplus von fünf Prozent konnte die Zementindustrie sich besser entwickeln als die gesamte Baustoffindustrie, die ein Plus von 2,6 Prozent auf drei Milliarden Euro erzielte.

Emissionshandel belastet Zementindustrie

Beeinträchtigungen für die künftige Entwicklung erwartet die Österreichische Zementindustrie durch die Zertifikatsregelungen für den Emissionshandel auf Basis der Kyoto-Vereinbarungen. In der ersten Handelsperiode zwischen 2005 und 2007 werden 99,6 Millionen Zertifikate für die Bereiche Industrie und E-Wirtschaft ausgegeben, wobei die emissionsintensive Zementbranche 2,575 Millionen Tonnen zugebilligt bekam. Orisich: "Dieses Resultat ist enttäuschend und bedeutet praktisch eine Deckelung der Produktion in Österreich. Ein Zukauf von Zertifikaten für das prognostizierte Wachstum der Branche würde unfinanzierbare 2,1 Millionen Euro kosten.

Produktinnovation löst Lärmprobleme und spart Kosten

In Österreich ist der Verkehr mit 70 Prozent die größte Lärmquelle: 1,5 Millionen Österreicher/innen fühlen sich durch Verkehrslärm beeinträchtigt. Seit Dezember 1999 betragen die erlaubten Lärm-Immissionswerte entlang geplanter und bestehender Straßen 60 dB am Tag und 50 dB in der Nacht. "In vielen Bereichen sind diese Vorgaben mit herkömmlichen Lärmschutzkonstruktionen aus Holz oder Aluminium nicht mehr zu schaffen," erklärt der Geschäftsführer der VÖZ, Felix Friembichler. Gekrümmte Lärmschutzwände aus Holzbeton bieten sich als optimale Lösung an und ersparen aufwändige "Einhausungen" von Straßen. Während Einhausungen rund 22.000 Euro pro Meter Autobahn kosten, kommen moderne gekrümmte Beton-Lärmschutzelemente mit Kosten von 3.000 bis 5.000 Euro je nach Höhe und Konstruktionsmerkmal aus. Der Anteil der Lärmschutz- und Umweltinvestitionen an den Neubaukosten von Straßen erreicht inzwischen 40 bis 45 Prozent und für Nachrüstungen besteht derzeit ein Investitionsbedarf von 500 Mio. Euro.

VÖZ als Motor für Innovationen

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie versteht sich als Partner von Baugewerbe und Bauindustrie, der Behörden und Auftraggeber aber auch als Service- und Anlaufstelle für den Endverbraucher. Zudem bietet die VÖZ praktische Hilfestellung bei Fragen der fachgerechten Verarbeitung von Zement und Beton. Die Österreichische Zementindustrie widmet sich intensiv der Forschung und Entwicklung des Baustoffes Beton. Mit der Forcierung neuer Technologien und dem Angebot von kundenorientierten Speziallösungen erweist sich die VÖZ als innovativer Motor der Bauindustrie. Darüber hinaus beobachtet die Vereinigung laufend die aktuellen internationalen Entwicklungen und ist maßgeblich daran beteiligt, den jeweils neuesten Stand der Technik in der österreichischen Bauwirtschaft zu verankern.

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