AK: Hinauswurf kranker Mitarbeiter kommt häufig vor

Linz (OTS) - Die Behauptung der Wirtschaftskammer, die von der AK aufgezeigten Lösungen im Krankenstand seien "Einzelfälle", weist AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer als "schlicht und einfach falsch" zurück: "Seit die Regierung den Entgeltfortzahlungsfonds abgeschafft hat, werfen nicht wenige Unternehmer ihre kranken Mitarbeiter hinaus. Einvernehmliche Lösungen werden aufgezwungen oder Kündigungen rückdatiert. Deshalb fordern wir die Wiedereinführung des Entgeltzahlungsfonds!"

Die AK-Rechtsexperten werden laufend mit Fällen konfrontiert, in denen krank gewordene Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren, weil der Arbeitgeber sich Kosten ersparen will. Die AK hat diese brutale und oft rechtswidrige Vorgangsweise auch immer wieder öffentlich kritisiert.

Ein besonders krasser Fall ereignete sich im Bezirk Kirchdorf: Ein Arbeitnehmer erlitt eine schwere Kopfverletzung. Gleich nach seiner Verlegung aus der Intensivstation suchte ihn sein Chef auf und ließ ihn eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses unterschreiben. Aus dem Krankenhaus entlassen, wandte sich der Arbeitnehmer an die AK. Erst als der behandelnde Arzt durch ein Gutachten bestätigte, dass der Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Unterschrift nicht geschäftsfähig gewesen war, akzeptierte der Unternehmer den Fortbestand des Dienstverhältnisses.

Oft versprechen Arbeitgeber einem kranken Mitarbeiter die Wiedereinstellung, wenn er eine einvernehmliche Lösung unterschreibt.

"Die Regierung trägt für solche Fälle eine Mitverantwortung", stellt AK-Präsident Dr. Kalliauer fest. "Sie hat auf Betreiben der Industrie den Entgeltfortzahlungsfonds aufgelöst, weshalb die Unternehmer seither die Lohnfortzahlung für Mitarbeiter im Krankenstand selber tragen müssen. Dieser Belastung versuchen sich manche auf Kosten der Beschäftigten zu entziehen. Wir fordern die Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds, um unmenschliche Praktiken wie die geschilderten abzustellen!"

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