Wlodkowski: Wenn Käfigverbot, dann auch Verkaufsverbot für Käfig-Eier

LK-Präsident: Alles andere ist Heuchelei, weil nur Tierleid importiert wird

Graz (AIZ) - "Wenn in Österreich durch das Bundestierschutzgesetz die Käfighaltung verboten wird, muss auch der Verkauf von Käfigeiern in österreichischen Lebensmittelgeschäften verboten werden", betonte heute der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski. Alles andere sei "nur Heuchelei, weil folglich billige Eier aus Käfighaltung anderer Länder importiert werden". Dies zeige die Entwicklung in der Schweiz eindeutig: Nach dem Käfigverbot sei die Eierproduktion dort drastisch zurückgegangen, 70% der Eier würden nunmehr aus ausländischer Käfighaltung importiert. "Die teureren Eier aus alternativen Haltungsformen werden selbst in der Schweiz nicht gekauft, weil billigere Käfigeier angeboten werden", so Wlodkowski.

"Beschließt das Parlament in Österreich im Rahmen des Tierschutzgesetzes ein Käfigverbot, dann dürfen folgerichtig in Österreich auch keine Eier aus Käfigen in den Lebensmittelgeschäften verkauft werden. Andernfalls würde sich im Sinne des Tierschutzes nichts ändern", gab Wlodkowski zu bedenken.

Ausland hat niedrigere Tierschutzstandards

2003 wurden 227 Mio. Käfigeier vorwiegend aus EU-Ländern wie Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien eingeführt. Mittlerweile wächst der Importdruck bei Käfigeiern aus den neuen EU-Ländern, die wesentlich niedrige Tierschutzstandards haben. Mit der weiteren Liberalisierung der Weltagrarmärkte drängen billigste Käfigeier aus Südamerika und China auf den europäischen und österreichischen Markt.

"Die Steiermark ist Vorreiter bei alternativer Legehennenhaltung. In unserem Bundesland werden 1,5 Mio. Legehennen gehalten, davon nur mehr rund 30% in Käfigen. Der überwiegende Teil der Legehennen wird im Freiland, am Boden oder in Volieren (Hühnerställe mit Sitzstangen und Legenestern) gehalten. Ein weiterer Ausbau dieser alternativen Haltungsformen scheitert an der fehlenden Nachfrage", informierte der LK-Präsident.
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