Gusenbauer: "Brauchen neue Schule in Österreich"

Für eine Hochschule für pädagogische Berufe

Wien (SK) "Die Forderung der Sozialdemokratie ist klar: Wir brauchen eine neue Schule in Österreich", unterstrich SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer Montag Nachmittag bei einem von der Fraktion Sozialdemokratischer LehrerbildnerInnen veranstalteten Bildungsgespräch unter dem Titel "Europareife für pädagogische Berufe. Perspektiven zur Internationalisierung der LehrerInnenausbildung". Gusenbauer begrüßte die verstärkte öffentliche Diskussion über Bildung und Schule, die einerseits "Ausdruck einer Krise" sei, andererseits jedoch als "Herausforderung, etwas zu ändern" gesehen werden solle. Es diskutierten außerdem SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser und Wolfgang Gröpel (Stadtschulrat Wien). ****

Gusenbauer kritisierte, dass viele unter den Kürzungsmaßnahmen im Bereich Bildung zu "leiden" hätten und dass die PISA-Studie einige alarmierende Punkte für Österreich beinhalte. Die von der Fraktion Sozialdemokratischer LehrerbildnerInnen geforderte Hochschule für pädagogische Berufe begrüßte Gusenbauer und betonte den zentralen Anspruch einer internationalen Verknüpfbarkeit: "Die Frage des Andockens und die Verknüpfbarkeit an Institutionen im EU-Raum ist notwendig". Eine Hochschule für pädagogische Berufe sichere auch ein Ausbildungs-Upgrade der PädagogInnen und führe somit zu neuen und höheren Qualifikationen. Gusenbauer plädierte außerdem für eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen und für die Abschaffung der 2/3-Mehrheit bei Schulgesetzen, um den jahrelangen Reformstau in der Bildungspolitik zu beenden. Gusenbauer hielt fest, dass es besser sei, bildungspolitische Fragen überparteilich zu diskutieren, anstatt sich in ideologischen Gräben zu verbergen.

Die Fraktion Sozialdemokratischer LehrerbildnerInnen tritt für eine Hochschule für pädagogische Berufe ein, die die Aus- und Weiterbildung mit universitärem Status anbietet, die Teil eines europäischen Hochschulraums ist und die ein gemeinsames Grundstudium für alle pädagogischen Berufe vorsieht. Außerdem soll die pädagogische Hochschule Forschung und Qualitätssicherung auf allen Ebenen ausbauen, für neue pädagogische Berufe offen sein und jene Bildungseinrichtungen ablösen, die bisher für Aus-, Fort- und Weiterbildung für pädagogische Berufe verantwortlich waren. Die neue Hochschule für pädagogische Berufe sei die beste Voraussetzung für qualitative Entwicklungen, Europareife und flexiblen Einsatz, so die Fraktion Sozialdemokratischer LehrerbildnerInnen.

Niederwieser bezeichnete das Thema Bildung als "hochpolitisch". Die 1999 unterzeichnete Bologna-Erklärung verpflichte Österreich, alle notwendigen Maßnahmen zu setzen, die eine uneingeschränkte Teilnahme der Bildungseinrichtungen des tertiären Sektors am Europäischen Hochschulraum sichern. Das Ziel einer gemeinsamen LehrerInnenausbildung sei für ihn, Niederwieser, "der richtige Weg". Es sei "überhaupt nicht einzusehen, dass es gerade für den Bereich der Mittelschule unterschiedliche Ausbildungswege gibt. Der SPÖ-Bildungssprecher bezeichnete das Ziel einer gemeinsamen LehrerInnenausbildung als "die richtige Lösung".

Gröpel unterstrich die Notwendigkeit, Strukturen der Bildungslandschaft transparenter und vergleichbarer zu machen. Veränderungen im Schulsystem müssten infrastruktureller und inhaltlicher Natur sein und außerdem immer im Zusammenhang mit der EU gesehen werden. "Ohne Reformen werden wir europäisches Schlusslicht, und das kann und darf nicht passieren", so Gröpel abschließend. (Schluss) sk

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