"Das Boot" - ORF-Premiere für den Director's Cut

Wolfgang Petersen "Idealversion" des Kultwerks

Wien (OTS) - Superlative, wohin das Periskop blickt: Als TV-Sechsteiler gilt "Das Boot" als Inbegriff des Straßenfegers, die Kinoversion wurde mit sechs Oscar-Nominierungen bedacht - und jeder einzelne der U-Boot-Insassen wurde zum Star. 1997, 16 Jahre nach der Premiere, ließ es sich der in der Zwischenzeit zum Starregisseur mutierte Wolfgang Petersen ("Troja") nicht nehmen, noch einmal selbst an seinem Frühwerk, einem der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten, Hand anzulegen: Petersen kehrte an den Schneidetisch zurück und schickt das Publikum erneut auf die spannende Höllenfahrt eines beklemmend engen U-Boots im Zweiten Weltkrieg. Sehr zum Vorteil der Fans - denn im "Director's Cut", den ORF 1 als ORF-Premiere am Mittwoch, dem 19. Mai 2004, um 23.05 Uhr zeigt, zittern die Zuseherinnen und Zuseher dank eines neuen, schnelleren Schnitts und erheblich verbesserter Tonqualität noch heftiger mit den Stars Jürgen Prochnow, Herbert Grönemeyer, Uwe Ochsenknecht und Martin Semmelrogge als je zuvor. Der ORF zeigt "Das Boot - Director's Cut" im Format 16:9 und Dolby Digital 5.1.

Petersen: "Meine Idealversion"

"Ich dachte immer, es müsse fantastisch sein, irgendwann einmal meine eigene Idealversion des Films zu schneiden", erklärt Petersen 1997 anlässlich des Kinostarts "seiner" Version von "Das Boot" - und erfüllte sich mit dem "Director's Cut" einen Wunsch, den man ihm als einem der erfolgreichsten Regisseure Hollywoods - "In the Line of Fire", "Air Force One", "Outbreak", "Air Force One", "Der Sturm" waren die Hits vor dem Mega-Blockbuster "Troja" - nicht abschlagen konnte. Auf mehr als 300.000 Meter Drehmaterial konnte Petersen zurückgreifen. Neben Aufnahmen, die auch in der sechsstündigen Fernsehfassung nicht zu sehen waren, ist es auch beim "Boot" vor allem der neu gemischte Ton, der den "Director's Cut" von der ersten Kinoversion unterscheidet. "Dank dieser neuen Technologien kommt der Film jetzt noch näher an das schockierende Leben an Bord heran", sagt Petersen über den Effekt. "Den Eindruck von der speziellen Atmosphäre und des beklemmenden Gefühls an Bord eines engen U-Boots kann man mit Hilfe digitaler Tontechnik enorm intensivieren."

Mit dem abtauchenden Submarine ging auch der Stern für die "Boat-People" auf: Nicht nur Petersen, auch Jürgen Prochnow, der strenge, aber menschliche U-Boot-Kapitän Kaleu, machte sich nach dem Erfolg auf nach Hollywood: "Ich hatte unglaublich Glück, die Hauptrolle in einem Film zu spielen, der unglaubliches Aufsehen in Amerika erregte. Ich bekam Angebote von US-Produzenten, weil die dachten, den können wir einsetzen und gebrauchen", meinte Prochnow einmal. Seit dem Welterfolg des Films ist er in Hollywood Stammgast. Nur einige seiner Hits: "Wüstenplanet" (1984), "Beverly Hills Cop II" (1986), oder etwa "Jugde Dredd" (1994). In der "Der englische Patient" (1996) stellte Prochnow einen brutalen Nazioffizier dar und 1997, wieder unter der Regie von Wolfgang Petersen, einen russischen Rebellen in "Air Force One". Paraderollen für den Wahlkalifornier, der hauptsächlich als "Ungustl" in Hollywoodfilmen auftaucht.

Herbert Grönemeyer machte bekanntlich abseits des Filmsets Karriere. Doch hätte eine Filmrolle wieder "einen gewissen Reiz", so der Popmusiker kürzlich. Dem Film gibt er dabei dem Theater den Vorzug. "Beim Film kann ich eine Szene 17 Mal wiederholen, um meinem Gesicht endlich einen wunderbaren Ausdruck abzuringen", erklärte Grönemeyer.

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