• 14.05.2004, 13:11:04
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Kollross: Drogen-Tests auch für "verhaltensauffällige" FPÖ-PolitikerInnen?

Wien (SK) Eine klare Absage erteilt Andreas Kollross, Vorsitzender
der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), der Forderung von
FPÖ-Generalsekretärin Bleckmann, Drogentests an auffälligen
SchülerInnen einzuführen. "Nach der ‚moralischen Offensive' der ÖVP
lanciert nun die FPÖ eine Kriminalisierungskampagne gegen die Jugend.
Bleckmann entlarvt die FPÖ damit als eine Partei, die gegen die
Jugend agiert", sagte Kollross am Freitag gegenüber dem Pressedienst
der SPÖ und stellte die rhetorische Frage, ob Bleckmann daran gedacht
habe, auch für "verhaltensauffällige FPÖ-PolitikerInnen" solche Tests
zu fordern. ****

Kollross rät Bleckmann, sich für sinnvolle Maßnahmen für junge
Menschen einzusetzen, anstatt die "totale Überwachung" derselbigen zu
fordern: "Die Jugendarbeitslosigkeit ist seit vier Jahren
FP-ÖVP-Regierungsarbeit permanent gestiegen. Beide Regierungsparteien
verhindern eine bundesweite Wahlaltersenkung, die persönliche
Freiheit der Beziehungen Jugendlicher wurde 2002 unter Aufsicht
gestellt, aber die FPÖ hat nichts Besseres zu tun, als noch mehr
Eingriffe in die Privatsphäre Jugendlicher zu fordern."

Kollross wirft der FPÖ auch eine kontraproduktive Strategie in Sachen
Suchtbekämpfung vor: "Sucht hat ihre Ursachen in der Gesellschaft.
Aus diesem Grund muss die Antwort auf die Bekämpfung von Sucht in der
Schaffung von Perspektiven für die Menschen sein. Bisher hat die
Bundesregierung aber nur das Gegenteil davon getan: Sie tut alles, um
der Jugend die Zukunft zu nehmen."

Für Kollross ist es als Antwort auf die Forderung Bleckmanns durchaus
legitim, im Gegenzug verpflichtende Drogen- und Alkoholtests für
auffällige FPÖ-PolitikerInnen einzuführen: "Wenn wir diese Logik
gedanklich bis zum bitteren Ende verfolgen, dann kommen wir an einen
Punkt, wo jede/r jede/n kontrolliert. Dass dies für die FPÖ so
erstrebenswert scheint, ist bezeichnend, da sie ja auch keine
Gelegenheit auslässt, die Schuld an ihrer verfehlten
Wirtschaftspolitik MigrantInnen in die Schuhe zu schieben. Bei einer
seriösen Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse müssten die
Damen und Herren der FPÖ zu dem Schluss kommen, dass es das Beste für
alle wäre, wenn sie den Hut nähmen." (Schluss) up/mp

Rückfragehinweis: SJÖ, Wolfdietrich Hansen, 01 523 41 23 oder 0699 19
15 48 04, http://www.sjoe.at

OTS0188    2004-05-14/13:11

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