AKNÖ-Staudinger: Präsident Leitl hat endlich das Desaster erkannt

Kritik der Arbeiterkammer an Lehrstellensituation bestätigt

Wien (AKNÖ) - Seit Jahren hat die Arbeiterkammer Niederösterreich auf die problematische Lehrstellensituation hingewiesen. Die Vertreter der Wirtschaftskammer Niederösterreich haben die Lage öffentlich immer nur beschönigt. Jetzt gibt auch die Wirtschaftskammer Handlungsbedarf zu. Allerdings liefert Präsident Leitl mit dem neuesten Wirtschaftskammer-Beschluss, sogenannte Lehrlingsakquisiteure einzusetzen, kein ausreichendes Rezept für den dahinkrankenden Lehrlingsmarkt.

Diese Akquisiteure sollen Betriebe motivieren, verstärkt Lehrlinge auszubilden. "Die Lehrlingsausbildung muss weiter entwickelt werden. Was wir brauchen, sind in erster Linie selbständige Ausbildungseinrichtungen für Lehrlinge, die hochqualifizierte Fachkräfte ausbilden", erklärt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger und meint weiter: "Ich gehe hier mit Egon Blum, dem Regierungsbeauftragten der Bundesregierung für Lehrlingsfragen, konform. Er hat bereits eine Reihe durchdachter Vorschläge präsentiert. Nur Akquisiteure anzustellen, schaffe genau nur 15 öffentlich subventionierte Arbeitsplätze bei der Wirtschaftskammer.

Die Ergebnisse der Lehrabschlussprüfungen sprechen eine deutliche Sprache

"Die Gießkannen-Förderung der Betriebe ist gescheitert. Die Arbeitslosenzahlen der 19 bis 25 Jährigen sprechen eine deutliche Sprache", kritisiert AKNÖ-Lehrlingsexperte Gustav Lenzki. Dass die Lehrlingsausbildung in Niederösterreich reformiert werden muss, beweist auch das Niveau der Abschlussprüfungen. So sind 68 % der Bodenleger, 52 % der Fußpfleger, 50 % der Augenoptiker, und 31 % der Köche bei der Lehrabschlussprüfung durchgefallen. Eine Qualitätsprüfung des dualen Systems gibt es erst nach Ende der Lehrzeit bei der Lehrabschlussprüfung und dann ist es zu spät. "Eine Evaluierung und Kontrolle, die in jedem Betriebsprozess und bei jeder anderen Ausbildung selbstverständlich ist, gibt es bei der Lehre nicht", so Gustav Lenzki.

"Die mehrmals gestellte Forderung der Arbeiterkammer nach einem Zukunftspaket für den Ausbau des Auffangnetzes zur Jugendausbildung, für die Förderung von Ausbildungsverbünden und für zusätzliche Plätze an den berufsbildenden Schulen muss endlich erfüllt werden," betont Staudinger abschließend.

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