Abschaffung der Facharztpraxen: Offener Brief des Ärztepräsidenten an Gesundheitsministerin

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Reiner Brettenthaler, forderte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat Donnerstag in einem offenen Brief auf, sich vom Plan zur künftigen Auflassung der Facharztpraxen zu distanzieren. Die niedergelassenen Fachärzte seien ein tragender und unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Eine Klarstellung der Ministerin könnte zur erheblichen Beruhigung der angespannten Situation und zur Aufrechterhaltung einer sachlichen Gesprächsbasis mit der ÖÄK als gesetzlicher Interessensvertretung der Ärztinnen und Ärzte beitragen.

Wörtlich heißt es in dem Schreiben des Ärztepräsidenten an die Gesundheitsministerin:

"Einem Bericht aus der Tageszeitung "Die Presse" vom 13.5.04 entnehme ich, dass die Geschäftsführerin des ÖBIG, Frau Dr. Michaela Moritz, unterstützt von Dr. Köck die Praxen der niedergelassenen Fachärzte für ein Auslaufmodell hält. Hingegen sollte die fachärztliche Versorgung in Zukunft über Spitäler und deren Ambulanzen erfolgen. Da sich auch sonstige Hinweise in diese Richtung verdichten, ersuche ich Sie, sehr geehrte Frau Bundesminister, dringend um Klarstellung. Es ist für die Österreichische Ärztekammer völlig unverständlich, dass ein derartiger Ansatz überhaupt in eine öffentliche Veranstaltung und von der Leiterin eines dem Ministerium zugehörigen Instituts in Diskussion gebracht wird. Wenn die Österreichische Ärztekammer als gesetzliche Interessenvertretung der Ärzte erstmals über dieses Vorhaben aus den Medien erfährt, so ist das höchst befremdlich.

Die Facharztpraxen sind ein tragender Bestandteil für die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung. Eine nachdrückliche Distanzierung von höchster politischer Seite würde daher erheblich zur Beruhigung der gegenwärtigen Situation und zur Aufrechterhaltung einer sachlichen Gesprächsbasis mit der Österreichischen Ärztekammer beitragen."

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