Basel II für heimische Klein- und Mittelunternehmer entschärfen!

WKÖ-Vizepräsident Krenn: "Politische Anreize zur Eigenkapitalbildung sind ein Gebot der Stunde!"

Wien (OTS/RFW) - Bei einer Podiumsdiskussion anlässlich der "Badener Gespräche" zum Thema "Basel II - Gefahren und Chancen" forderte WKÖ Vizepräsident und stellvertretender Bundesobmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) Matthias Krenn unter anderem die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr und die Senkung der Eintragungsgebühr für hypothekarische Sicherstellungen:
"Durch Basel II werden sich Kredite verteuern, bzw. haben sich schon verteuert, da die Banken bereits jetzt verschärfte Kreditvergabebestimmungen anwenden. Zugesichert ist bisher, bei einem Kreditvolumen von einer Million Euro, die Unternehmer wie Privatkunden zu behandeln, Basel II könnte damit entschärft werden. Wir von der Wirtschaft fordern jedoch eine Ausweitung dieses Rahmens auf fünf Millionen Euro!"

Die strikte Verknüpfung der Kreditvergabe mit dem Geschäftsrisiko des Unternehmens ist für Klein- und Mittelbetriebe untragbar und hat weitreichende Folgen für den Standort Österreich. Vor allem die Tourismuswirtschaft und die Baubranche sind von Basel II stark betroffen. Der Tourismus hat eine hohe Kapital- und Investitionstätigkeit durch den starken Konkurrenzdruck. Das führte zu einer durchschnittlichen Eigenkapitalsquote von -10% bei der 4-Sterne-Hotellerie und
-27% bei den 3-Sterne-Betrieben. "Die Banken zeigen daher eine sehr geringe Bereitschaft, Betriebe zu finanzieren, obwohl die Cash-Flow-Zahlen der Hotellerie teilweise wesentlich besser sind. Die Kreditinstitute sehen sich gezwungen, das erhöhte Risiko in den Zinssatz einzurechnen, und schon kommt es zu einer Verteuerung des Kredites", macht Vizepräsident auf die Folgen von Basel II aufmerksam.

"Basel II wird kommen und für die heimischen Banken zählen die Richtlinien bereits zum Alltag. Es ist deshalb unabdingbar durch die Erstellung eines Aktionsplanes die negativen Auswirkungen auf die Klein- und Mittelunternehmer so gut als möglich abzufedern", so Vizepräsident Matthias Krenn bei der Podiumsdiskussion. Die heimischen Klein- und Kleinstunternehmer setzen sich teilweise noch zu wenig mit dem Thema Basel II auseinander: "Hier ist die Wirtschaftskammer gefordert, aktiv an die Unternehmer heranzutreten, um ihnen die Chancen und Gefahren aufzuzeigen."

Finanzierungsformen wie Beteiligungsfinanzierungen, Mezzaninfinanzierungen, oder Unternehmensanleihen sind von den Betrieben zu überdenken und als Alternativen in Betracht zu ziehen. "Auch die von Justizminister Böhmdorfer und RFW umgesetzte Rechtsform der "Kleinen AG" kann den österreichischen Unternehmungen - in Hinblick auf Basel II - positiv zu Gute kommen", so der WKÖ-Vizepräsident Krenn bei den Badener Gesprächen.

Von politischer Seite her sind weitere Anreize zur Eigenkapitalbildung zu schaffen. "Die KöSt-Senkung und der Halbsteuersatz für nicht entnommene Gewinne werden dabei nicht ausreichen. Die volle Abzugsfähigkeit fiktiver Zinsen für Eigenkapital und ein genereller Steuerfreibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen wären ein politisches
Zeichen in die richtige Richtung", so Krenn abschließend. (gg)

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