OeNB - OeNB-Gewinn trotz widriger Marktbedingungen im langfristigen Durchschnitt - 666 Mio Euro fliessen an den Bund

Gouverneur Dr. Liebscher drängt auf Fortsetzung des Reformkurses - ausgeglichener Haushalt bleibt das Ziel

Wien (OTS) - Die OeNB erzielte im Geschäftsjahr 2003 ein Geschäftsergebnis von 713 Mio EUR. Dies bedeutet zwar gegenüber 2002 eine Halbierung, liegt aber nach den Rekordgewinnen der letzten Jahre am langfristigen Durchschnitt, so Gouverneur Dr. Klaus Liebscher anlässlich der Präsentation des Geschäftsberichts 2003 bei der diesjährigen Generalversammlung der OeNB. Die niedrigen Zinsen und der schwache Dollar beeinträchtigten die Ertragsmöglichkeiten der Notenbank im letzten Jahr erheblich. Außerdem konnten aufgrund des internationalen Goldabkommens keine weiteren gewinnbringenden Goldverkäufe mehr getätigt werden, so Dr. Liebscher weiter.

Die Gewinnabfuhr an den Bund inklusive Körperschaftsteuer betrug im abgelaufenen Jahr 666 Mio EUR. Insgesamt hat die OeNB in den fünf Jahren seit Beginn der Währungsunion 6,4 Mrd. EUR oder jährlich 0,6% des BIP an Gewinnen und Körperschaftsteuer an den Bund abgeführt. Dazu kamen noch 297 Mio EUR, die der Forschungsförderung aus dem eigenen Gewinnanteil der OeNB zur Verfügung gestellt wurden.

Die Neustrukturierung der österreichischen Forschungspolitik wertete Gouverneur Liebscher als besonderen Erfolg des Jahres 2003. Die Mitfinanzierung der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (FTE-Nationalstiftung) durch die OeNB stelle einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Finanzierung und Verstetigung der wirtschaftsorientierten Forschungsförderung in Österreich dar. Im Jahr 2003 flossen via Jubiläumsfonds 74,4 Mio EUR und via FTE-Stiftung 75 Mio EUR und damit insgesamt 149,4 Mio EUR in die Förschungsförderung.

Die OeNB habe unter Bedachtnahme auf währungspolitische Notwendigkeiten und unter Berücksichtigung von Ertragsgesichtspunkten ihren Goldbestand seit Beginn der Neunzigerjahre halbiert. Seit dem Beginn der Währungsunion wurden die Nettowährungsreserven durch aktives Management bewusst mehr als halbiert, so Gouverneur Liebscher weiter, allerdings seien daher realistische Gewinnerwartungen in der Zukunft niedriger anzusetzen.
"Ein neues internationales Goldabkommen sieht in den nächsten fünf Jahren ab September 2004 Goldverkäufe bis zu 2.500 t vor. Die OeNB ist in dieses Goldabkommen wieder eingebunden."

Die OeNB setzte auch 2003 ihren Sparkurs fort. In den letzten beiden Geschäftsjahren wurden die Aufwendungen um fast ein Viertel auf 219 Mio EUR gesenkt. Der Personalstand wurde 2003 um 17 auf 947 Mitarbeiterkapazitäten verringert.
Die Anfang Mai vollzogene EU-Erweiterung begrüßte Gouverneur Dr. Liebscher: "Die EU-Erweiterung birgt für Österreich große Chancen. Die positiven Impulse werden jedoch nicht automatisch entstehen, sondern von einem Strukturwandel der Wirtschaft zu mehr Innovationsorientierung und Technologieführerschaft abhängen".

Eine zügige Fortsetzung des erfolgreich begonnenen Reformkurses (z.B. Privatisierung, Liberalisierung, Pensionssicherungsreform, Förderung von F&E, Aus- und Weiterbildung) ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand Österreichs von hoher Bedeutung. "Die Steuerentlastung durch die erste und zweite Etappe der Steuerreform ist angesichts der hohen Staatsquote Österreichs richtig und stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts darf jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Die Ausgabenseite des Budgets birgt nach wie vor erhebliche Einsparungspotenziale", betonte Dr. Liebscher.

Abschließend wies der Gouverneur darauf hin, dass die Generalversammlung Herrn Mag. Christian Domany, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, für eine Funktionsperiode von fünf Jahren zum Mitglied des Generalrates gewählt hat, der damit Herrn Generalrat Dkfm. R. Engelbert Wenckheim nachfolgt.

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